10 Februar 2021

WHO empfiehlt Einsatz von Astrazeneca-Impfstoff

Trotz Berichten ĂŒber SchwĂ€chen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca empfehlen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Experten den weiteren Einsatz. Erste Studien aus SĂŒdafrika zeigten zwar deutlich weniger Wirksamkeit, um relativ milde Krankheitssymptome zu verhindern, sagte Alejandro Cravioto, der Vorsitzende eines Expertenrats, der die WHO berĂ€t, am Mittwoch in Genf. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff gegen schwere VerlĂ€ufe von Covid-19 nicht schĂŒtze.

Selbst dort, wo die Virusvariante vorkomme, gebe es deshalb keinen Grund, den Impfstoff nicht einzusetzen, sagte Cravioto. Die WHO schloss sich der Empfehlung an. Der UnabhĂ€ngige Expertenrat zu Impfungen (SAGE) besteht aus 26 Wissenschaftlern. Er prĂŒft Studien und Angaben zu allen Impfstoffen und gibt dann eine Empfehlung ab, ob und wie diese eingesetzt werden sollen. FĂŒr die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna gibt es bereits eine Empfehlung.

Die WHO-Impfspezialistin Kate O’Brien sagte, es sei bei allen Impfstoffen ĂŒblich, dass die Wirksamkeit bei relativ milden KrankheitsverlĂ€ufen weniger deutlich sei als bei schweren VerlĂ€ufen. „Es ist plausibel zu erwarten, dass dieser Impfstoff gegen schwere KrankheitsverlĂ€ufe wirksam ist“, sagte sie. Zudem sei die fĂŒr eine Immunantwort wichtige Reaktion der T-Zellen stark.

O’Brien betonte, dass alle Geimpften – unabhĂ€ngig davon, welcher Stoff ihnen verabreicht wurde – weiterhin alle Corona-Regeln umsetzen mĂŒssten, also auch Abstand halten und Maske tragen. Dies sei wichtig, weil man nach einer Impfung zwar selbst ein geringeres Risiko schwerer KrankheitsverlĂ€ufe habe, andere aber wahrscheinlich weiter anstecken könne.

Die WHO hat bislang nur dem Impfstoff von Biontech und Pfizer eine Notfallzulassung erteilt. Das ist Voraussetzung fĂŒr den Ankauf und Einsatz von Impfstoffen durch UN-Organisationen. Viele LĂ€nder, die keine eigenen KapazitĂ€ten zur Beurteilung von Impfstoffen haben, nehmen dies als Grundlage fĂŒr ihre eigene Entscheidung.

In Europa ist die EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur (EMA) fĂŒr die PrĂŒfung zustĂ€ndig. Sie berĂ€t die EU-Kommission, die ĂŒber eine Zulassung entscheidet. Sie hat bislang drei Corona-Impfstoffe genehmigt: die von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca.