22 April 2022

WHO empfiehlt Covid-Pille von Pfizer f├╝r bestimmte Patienten

Das Covid-19-Medikament Paxlovid bekommt gr├╝nes Licht von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Paxlovid werde f├╝r Patienten empfohlen, die noch nicht schwer krank sind, aber das h├Âchste Risiko einer Krankenhauseinweisung haben, berichtete der zust├Ąndige WHO-Expertenrat in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ). Dazu geh├Âren Menschen mit Vorerkrankungen, Betagte oder Ungeimpfte.

Der Rat berief sich auf Studien mit knapp 3100 Patientinnen und Patienten. Das Risiko einer Krankenhauseinlieferung sei bei den mit Paxlovid Behandelten um 85 Prozent geringer gewesen als bei der Gruppe, die ein Scheinmedikament erhalten habe, schreibt die WHO in einer Mitteilung.

Die Tabletten des US-Pharmakonzern Pfizer sollen die Virusvermehrung im K├Ârper hemmen. Sie enthalten die Wirkstoffe Nirmatrelvir und Ritonavir. Seit Ende Januar ist das Mittel in der EU bedingt zugelassen.

Das Medikament sei keine Alternative zur Impfung, betonte WHO-Expertin Janet Diaz. Zur Verhinderung einer schweren Erkrankung und Minderung des Infektionsrisikos sei die Impfung das wichtigste Mittel. Auch milde Infektionen k├Ânnten zu langfristigen Gesundheitsbeeintr├Ąchtigungen f├╝hren.

Die WHO ist besorgt, dass sich wie bei den Corona-Impfstoffen reiche L├Ąnder den Grossteil der Produktion sichern und f├╝r ├Ąrmere L├Ąnder zun├Ąchst nicht gen├╝gend zur Verf├╝gung steht. Pfizer hat das Ziel, in diesem Jahr Tabletten f├╝r 120 Millionen Patienten zu produzieren.

Die Firma sagte dem Uno-Kinderhilfswerk UNICEF die Lieferung von Tabletten f├╝r vier Millionen Patienten und Patientinnen zu. Die WHO rief Pfizer zu mehr Transparenz ├╝ber die Produktion, bilaterale Vertr├Ąge und Preise auf.

Paxlovid muss nach Angaben der WHO innerhalb von f├╝nf Tagen nach Auftreten von Symptomen eingenommen werden. Ob es auch bei Schwerkranken noch Wirkung zeige, gehe aus den bisherigen Studien nicht hervor.

Für Patienten mit geringem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs empfiehlt die WHO das Mittel nicht, weil es für sie keine Vorteile bringe. Paxlovid habe auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Deshalb müsse die Einnahme in jedem Fall mit Ärzten abgesprochen werden.

Mit dieser Empfehlung kommt das Medikament auf eine WHO-Liste mit gepr├╝ften Medikamenten. F├╝r viele L├Ąnder, die anders als die EU oder die USA keine eigene Regulierungsbeh├Ârde f├╝r Arzneimittel haben, ist dies die Grundlage f├╝r eine Zulassung ohne weitere gr├Âssere Abkl├Ąrungen.

Neben Paxlovid sind bereits andere Mittel im Einsatz, die in der Fr├╝hphase der Sars-CoV-2-Infektion vor schweren Verl├Ąufen sch├╝tzen sollen. Sie m├╝ssen aber in der Regel als Infusion verabreicht werden.

(text:sda/bild:unsplash)