7 Mai 2021

Anderen LĂ€ndern droht gleiche Corona-Krise wie Indien

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor dem Risiko weiterer verheerender Corona-AusbrĂŒche nach dem Muster Indiens. In mehreren anderen LĂ€ndern fehlten die richtigen Vorkehrungen, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Freitag in Genf. „Dieses Virus hat eine enorme Bewegungsenergie“, sagte Ryan. „Es hat massive Infektionskraft, und wir mĂŒssen die Ausbreitung verlangsamen.“ In manchen LĂ€ndern entwickele sich die Lage schon Ă€hnlich wie in Indien, sagte Ryan, ohne Namen zu nennen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nannte spĂ€ter die angespannte Lage in Brasilien und Nepal. Weitere LĂ€nder könnten bald in eine Ă€hnliche Notlage kommen.

Noch seien die Impfungen allein nicht die ausreichende Antwort, sagte Ryan mit Verweis auf die viel zu kleine Produktion und die ungleiche Verteilung der Impfstoffe in der Welt.

Nach Angaben der WHO wurden weltweit 1,2 Milliarden Impfdosen verabreicht, aber mehr als 80 Prozent davon in reichen LĂ€ndern. Nur ein Bruchteil, fĂŒnf Millionen, ging demnach in die Ă€rmsten LĂ€nder.

Tedros appellierte an die reichen LÀnder, mehr Impfdosen zu spenden. Das sei kein Akt der NÀchstenliebe, sondern im Interesse der reichen LÀnder, weil sich sonst anderswo Varianten entwickeln können, die global neue Infektionswellen auslösen können.

Bis es genĂŒgend Impfstoff gebe, mĂŒssten LĂ€nder das tun, was sich bewĂ€hrt habe, sagte Ryan. Er verwies auf SĂŒdafrika, das eine gefĂ€hrliche Variante des Virus weitgehend unter Kontrolle gebracht habe. Der Kontakt zwischen Menschen auf engem Raum, ohne Handhygiene, ohne Masken und womöglich noch in schlecht gelĂŒfteten RĂ€umen mĂŒsse reduziert werden.

(text:sda/bild:beo)