10 April 2021

Weitere Ausschreitungen in Nordirland trotz Appellen zur Ruhe

Trotz des Tods von Prinz Philip und den damit verbundenen Appellen zum Gewaltverzicht ist es in der nordirischen Hauptstadt Belfast auch am Freitagabend zu Ausschreitungen gekommen. Randalierer beschossen Polizisten im Norden Belfasts Medienberichten zufolge mit Molotowcocktails und Raketen, dar├╝ber hinaus bewarfen einige von ihnen die Beamten mit Flaschen sowie Steinen. Ein Auto und M├╝lltonnen wurden angez├╝ndet, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Dabei wurden laut BBC weitere Polizisten verletzt.

Zuvor hatten sogenannte Loyalisten – also Anh├Ąnger des Verbleibs von Nordirland im Vereinigten K├Ânigreich – dazu aufgerufen, die Proteste als Zeichen des Respekts vor der K├Ânigin und ihrer Familie nach dem Tod von Prinz Philip zu „verschieben“. Nach einer Trauerzeit sollten die Proteste aber fortgesetzt werden, war auf in Belfast aufgeh├Ąngten Plakaten zu lesen, wie der „Belfast Telegraph“ berichtete. Der Ehemann der britischen K├Ânigin Elizabeth II. war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.

In der britischen Provinz Nordirland kommt es seit mehr als einer Woche zu n├Ąchtlichen Krawallen. Am Donnerstag wurden dabei weitere 19 Polizisten verletzt, die Gesamtzahl stieg laut BBC auf 74 verletzte Beamte. Grund f├╝r die Spannungen d├╝rfte unter anderem der Sonderstatus der britischen Provinz durch den Brexit sein. Experten bef├╝rchten, dass sich die Gewalt weiter zuspitzt.

Der Sonderstatus Nordirlands, wie er im Brexit-Abkommen festgelegt wurde, st├Âsst in Teilen des protestantischen Lagers auf Widerstand. Die Provinz ist weiter Teil des EU-Handelsraums, um Warenkontrollen an der Grenze zum EU-Mitglied Irland zu verhindern. Stattdessen muss nun zwischen Nordirland und dem ├╝brigen Vereinigten K├Ânigreich kontrolliert werden.

Im Nordirland-Konflikt standen sich jahrzehntelang protestantische Bef├╝rworter der Union mit Grossbritannien und katholische Anh├Ąnger einer Vereinigung der beiden Teile Irlands gegen├╝ber.

(text:sda/bild:pixabay)