27 Mai 2021

Villarreal gewinnt nach dem 22. Penalty seinen ersten grossen Titel

Villarreal gewinnt zum ersten Mal die Europa League und seinen ersten grossen Titel ├╝berhaupt.

Die Spanier setzten sich im Final vor 9500 Zuschauern in Gdansk nach einem endlosen Penaltyschiessen durch. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden.

Nicht nur alle Feldspieler trafen beim abschliessenden Penaltyschiessen, sondern auch Villarreals argentinischer Goalie Geronimo Rulli. Endg├╝ltig zum Helden machte sich der Keeper, der in der spanischen Meisterschaft in dieser Saison nur Ersatz war, als er den 22. Versuch im erst zweiten Penaltyschiessen in einem Europa-League-Final hielt, jenen von Manchester Uniteds Goalie David de Gea.

Der andere grosse Sieger war Villarreals Trainer Unai Emery. Es war f├╝r den 49-J├Ąhrigen auch eine kleine Revanche vor den internationalen Beobachtern nach den mehr oder weniger gl├╝cklosen Saisons bei Paris Saint-Germain und Arsenal. Zur├╝ck in der Heimat hat er nun wieder Grosses vollbracht und ist mit seinem vierten Europa-League-Titel zum Rekordhalter im Wettbewerb avanciert.

Mit Villarreal ging der klare Aussenseiter nach 29 Minuten in F├╝hrung. Nach einem Freistoss setzte sich Gerard Moreno im Strafraum durch und lenkte den Ball ins Tor. Der spanische Internationale, der auch im Kader f├╝r die EM steht, machte aus der ersten nennenswerten Torchance der Spanier einen Treffer, seinen bereits siebten in der Europa League und den insgesamt 30. in dieser Saison.

Manchester United ben├Âtigte etwas mehr als eine Halbzeit, um die Wucht zu entfalten, die die Mannschaft in dieser Saison ausgezeichnet hat. Nach der Pause steigerten sich die Engl├Ąnder kontinuierlich und der Ausgleich von Cavani in der 55. Minute war dann der endg├╝ltige Weckruf. Nach dem 1:1 des Uruguayers, der bis dahin eher ungl├╝cklich gek├Ąmpft hatte, ging der Favorit mit mehr Entschlossenheit in die Duelle. In der 70. Minute h├Ątte Marcus Rashford das 2:1 erzielen m├╝ssen. Kurz darauf bot sich Cavani eine weitere gute M├Âglichkeit.

Lange Zeit hatte Villarreal mit seinem soliden und abgekl├Ąrten Auftritt erstaunlich leichtes Spiel. Tief stehen, etwas Pressing und auf Standardsituation hinarbeiten, reichte – bis Manchester United den spanischen Riegel fantasievoller und vor allem entschlossener bearbeitete.

Die Souver├Ąnit├Ąt und Sicherheit ging bei Villarreal verloren. M├╝hevoll rettete es sich nach dem 1:1 in die Verl├Ąngerung. Dort bot das „gelbe U-Boot“ bemerkenswerterweise mit deutlich mutigerer Taktik wieder ein Duell auf Augenh├Âhe. In den letzten 30 Minuten erspielte sich Villarreal mehr gef├Ąhrliche Aktion als in den 90 Minuten zuvor. Emery, der mit dem FC Sevilla zwischen 2014 und 2016 die Europa League dreimal gewonnen hatte, fand in der kurzen Pause zwischen regul├Ąrer Spielzeit und Verl├Ąngerung offenbar die richtigen Worte.

Die Niederlage von Manchester United ist auch ein R├╝ckschlag f├╝r dessen Trainer Ole Gunnar Solskjaer, der damit weiterhin auf seinen ersten Titel mit den Engl├Ąndern warten muss. Diese haben seit der Europa League 2017 keine Troph├Ąe mehr gewonnen – eine lange Zeit f├╝r einen Klub vom Renommee von Manchester United. Zu grossen Teilen m├╝ssen sich die Engl├Ąnder das selber zuschreiben, weil sie nur phasenweise ├╝berzeugend auftraten. In der Verl├Ąngerung vermochten sie das zuvor minutenlang angeschlagene Tempo nicht durchzuhalten und liessen sich dadurch auf das Penaltyschiessen ein.

(text:sda/bild:unsplash)