29 Juni 2021

ViertwÀrmster Juni seit Messbeginn mit vielen Gewittern

Die Schweiz erlebt derzeit den viertwÀrmsten Juni seit Messbeginn 1864, vergleichbar mit dem Juni 2002. Hitzetage gab es vor allem um die Monatsmitte. Das erste und letzte Junidrittel zeichnete sich durch anhaltende GewittertÀtigkeit aus.

Besonders krĂ€ftige Gewitter mit StarkniederschlĂ€gen, Hagel und Sturmböen seien ab dem 18. Juni ĂŒber die Schweiz gezogen, stellte das Bundesamt fĂŒr Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) am Dienstag fest. Im landesweiten Mittel hĂ€tten die Temperaturen im Juni bei 14,4 Grad oder 2,6 Grad ĂŒber der Norm der Jahre 1981 bis 2010 gelegen. In tiefen Lagen auf der Alpennordseite erreichten die Temperaturen zwischen 19 und 20 Grad. Das sind rund 2 bis 3 Grad ĂŒber der Norm. Ebenso warm war der Juni im landesweiten Mittel 2002. Hitzetage ĂŒber 30 Grad gab es laut MeteoSchweiz ab dem 12. Juni im Wallis und auf der AlpensĂŒdseite. Auf der Alpennordseite wurde die 30 Grad-Schwelle ab dem 15. Juni ĂŒberschritten.

Am 18. Juni verabschiedete sich das sonnige Sommerwetter und sehr feuchte Gewitterluft zog auf. Eine Woche lang gab es vor allem auf der Alpennordseite immer wieder krĂ€ftigte Gewitter mit StarkniederschlĂ€gen, Hagel und Sturmböen.  Die Messstation in WĂ€denswil registrierte in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni einen Stundenwert von 60,9 Milimeter (mm). Das liegt laut MeteoSchweiz weit ĂŒber dem bisherigen Höchstwert von 49 mm vom 6. August 1994.  Mehrere Regionen der Schweiz wurden vom 20. bis 24. und am 28. Juni von Unwettern heimgesucht. Lokal seien innerhalb von 30 Minuten oder einer Stunde Regenmengen gefallen, die nur alle 30 bis 50 Jahre erreicht oder ĂŒberschritten wĂŒrden. Die höchsten Tagessummen lagen ĂŒber 70 mm. Sie wurden an Messstandorten im Emmental und im zentralen Mittelland gemessen. Solche Tagessummen werden in diesen Regionen ĂŒber lange Zeit betrachtet alle 10 bis 20 Jahre erreicht oder ĂŒberschritten. Neben dem vielen Regen brachten die Gewitter in zahlreichen Gebieten der Schweiz auch viel Hagel.

Grosse FlĂ€chen waren vor allem zu Beginn der Unwetterperiode betroffen. Beim Hagelereignis vom 20. Juni habe der Anteil mit ĂŒber 90 Prozent Hagelwahrscheinlichkeit in der Schweiz eine GesamtflĂ€che von rund 4500 Quadratkilometer betragen, schreibt MeteoSchweiz. Es gehöre damit flĂ€chenmĂ€ssig zu den grossen Hagelereignissen. Die Gewitter vom 18. bis am 28. Juni waren lokal begleitet von krĂ€ftigen Windböen. Die höchste registrierte Windspitze in den Niederungen der Schweiz fegte am 20. Juni mit 118 Kilometern pro Stunde (km/h) ĂŒber Grenchen hinweg. In WĂ€denswil waren es laut Angaben von MeteoSchweiz am 21. Juni 113 km/h.

(text:sda/bild:unsplash)