3 Februar 2022

Vier hochrangige Mitarbeiter von Boris Johnson treten zur├╝ck

Binnen weniger Stunden haben vier hochrangige Mitarbeiter des massiv unter Druck stehenden britischen Premiers Boris Johnson ihren R├╝cktritt angek├╝ndigt.

Downing Street teilte am Donnerstagabend mit, dass sowohl Stabschef Dan Rosenfield als auch Johnsons privater Sekret├Ąr Martin Reynolds ihre K├╝ndigung eingereicht h├Ątten und diese akzeptiert worden sei. Beide arbeiten noch weiter, bis es Nachfolger gibt. Zuvor hatten am Donnerstag bereits Kommunikationschef Jack Doyle und die hochrangige Beraterin Munira Mirza gek├╝ndigt, wie der „Spectator“ und die „Daily Mail“ enth├╝llten.

Britische Kommentatoren werteten ihren R├╝cktritt als weiteren Schlag f├╝r Johnson, der wegen der „Partygate“-Aff├Ąre heftig unter Druck steht. W├Ąhrend der Corona-Lockdowns haben in der Downing Street Berichten zufolge immer wieder Partys stattgefunden, bei denen Corona-Regeln gebrochen wurden und bei denen Johnson teilweise auch selbst dabei gewesen sein soll. Ein Untersuchungsbericht wirft den Verantwortlichen F├╝hrungsversagen und Regelbr├╝che vor, ausserdem ermittelt die Polizei. Einige Abgeordnete seiner eigenen Partei haben Johnson bereits schriftlich ihre Unterst├╝tzung entzogen. Der BBC zufolge sollen bereits 17 Briefe bei dem zust├Ąndigen Komitee eingegangen sein, bei 54 k├Ąme es zu einem Misstrauensvotum.

In seiner Reaktion auf die offizielle Untersuchung hatte Johnson eine weitreichende Reform des britischen Amtssitzes angek├╝ndigt. So sollten etwa Zust├Ąndigkeiten klarer zugewiesen und ein neuer Koordinierungsposten geschaffen werden. ├ťber personelle Konsequenzen wurde dabei zun├Ąchst nichts bekannt. Reynolds war in der „Partygate“-Aff├Ąre stark unter Beschuss geraten, da er vor einer der Lockdown-Partys in der Downing Street eine Mail an rund 100 Mitarbeiter mit der Aufforderung „Bringt euren eigenen Alkohol mit“ herumgeschickt haben soll.

(text:sda/bild:unsplash)