9 Dezember 2021

Verkehrsfluss in der Thuner Innenstadt soll verbessert werden

Ab dem 13. Dezember setzt die Stadt Thun im Bereich Grabenstrasse/Marktgasse verschiedene Sofortmassnahmen um, die auch den Verkehrsfluss am rechten Thunerseeufer verbessern sollen. Damit werden die Sofortmassnahmen des Kantons unterstĂŒtzt. Doch ausgerechnet Oberhofen spricht sich gegen die Massnahmen aus.

Die Delegierten des Runden Tisches des Verkehrsforums zum Thuner Innenstadtverkehr haben im November 2021 verschiedene Sofortmassnahmen zur Stauverminderung am rechten Thunerseeufer empfohlen. Seit dem 6. Dezember setzt der Kanton Bern erste Massnahmen um. Der Thuner Gemeinderat unterstĂŒtzt dies. ErgĂ€nzend zum Kanton setzt die Stadt Thun ab dem 13. Dezember eigene Massnahmen um, die den RĂŒckstau von der Grabenstrasse in den Berntorplatz und weiter Richtung Lauitorkreisel/Hofstettenstrasse reduzieren bzw. verhindern sollen.

Heute kommt es bei der Bushaltestelle in der Marktgasse (beim Coop Kyburg) hinter den haltenden Bussen hĂ€ufig und ĂŒber lĂ€ngere Zeit zu Staus in der SchwĂ€bisgasse und der Grabenstrasse. Es sind regelmĂ€ssig RĂŒckstaus bis in den Berntorplatz zu verzeichnen. Ab Montag, 13. Dezember werden nun Verkehrsdienste die Autos, MotorrĂ€der und Velos – mit RĂŒcksicht auf den Fussverkehr – neben den Bussen vorbei leiten und so den Abfluss verbessern. Abgestimmt auf die Zeitfenster der kantonalen Massnahmen erfolgen die Verkehrsregelungen an Werktagen und Samstagen von 15 bis 18 Uhr. Vor Weihnachten und in der Altjahreswoche werden die EinsĂ€tze bei Bedarf erweitert.

Eine weitere Massnahme ist an der Kreuzung Grabenstrasse/SchwĂ€bisgasse geplant, wo es heute aufgrund des angewandten Reissverschlusssystems ebenfalls zu RĂŒckstaus auf den Berntorplatz kommt. Um den Verkehr von der Berntorstrasse in Richtung Grabenstrasse/SchwĂ€bisgasse zu bevorzugen, wird die Lichtsignalanlage mit einer Stauerkennung ergĂ€nzt. Im Fall eines RĂŒckstaus wird der Verkehr aus der Richtung SchwĂ€bis/Kyburgstrasse gestoppt und danach nur noch dosiert durchgelassen. Velofahrende dĂŒrfen die Ampel passieren, fĂŒr sie gilt die signalisierte «Kein Vortritts»-Regelung. Sobald sich die Stausituation entspannt, schaltet die Lichtsignalanlage wieder in den heutigen Normal-/Busbevorzugungsbetrieb. Die Anmeldung der nahenden Busse an der Ampelanlage bleibt in allen BetriebszustĂ€nden aktiv.

Das Tiefbauamt ĂŒberwacht die Verkehrssituation laufend und prĂŒft bei Bedarf weitere Massnahmen. Wie die Sofortmassnahmen des Kantons sind auch jene der Stadt Thun vorerst temporĂ€r, die Umsetzung lĂ€uft bis Ende MĂ€rz 2022. Der Kanton wertet alle Massnahmen in der geplanten einmonatigen Wirkungskontrolle ab Ende Februar 2022 aus.

Im Rahmen des Forumsprozesses wurden auch die Kriterien festgelegt, nach denen die Wirkung der Sofortmassnahmen im FrĂŒhjahr 2022 beurteilt werden sollen. Die Massnahmen gelten dann als erfolgreich, wenn die Reisezeiten auf der Hofstettenstrasse stadteinwĂ€rts auf das Niveau der vorliegenden Vergleichsmessungen im gleichen Zeitfenster von 2017/2018 zurĂŒckgehen. Ein Verkehrsversuch zur Aufhebung des Einbahnregimes kommt erst in Frage, wenn die Sofortmassnahmen eine ungenĂŒgende Wirkung zeigen sollten. Der Thuner Gemeinderat und der Oberingenieurkreis I des Kantons Bern haben dies verbindlich schriftlich vereinbart.

Mit Bedauern und UnverstÀndnis nimmt der Thuner Gemeinderat zur Kenntnis, dass die Exekutiven der Gemeinden des rechten Seeufers mehrheitlich auf diese schriftliche Vereinbarung verzichten wollen, wie sie am Runden Tisch in Aussicht genommen worden war. Darin hÀtte sich die Stadt Thun verbindlich auf die versuchsweise Aufhebung des Einbahnregimes festgelegt, sollten die Sofortmassnahmen nicht die erwartete Wirkung zeigen. Der einseitige Verzicht erstaunt insofern, als dass die Gemeinden des rechten Seeufers einen entsprechenden Verkehrsversuch seit lÀngerem fordern.

Auf Nachfrage von Radio BeO erklĂ€rt der GemeindeprĂ€sident von Oberhofen, Philippe Tobler, dass fĂŒr sie die Sofortmassnahmen keine grossen Erfolgschancen haben, jedoch mit 400’000 Franken die Steuerzahlenden zwangslĂ€ufig viel Geld investieren mĂŒssen. Dies sei nicht lauter, da mit der Aufhebung des Einbahnregimes eine konstengĂŒnstige Variante möglich wĂ€re.

(text:pd&chl/bild:zvg)