1 Juli 2022

Venedig verlangt ab 2023 Eintrittskarten f├╝r Tagestouristen

Tagestouristen in Venedig m├╝ssen ab dem n├Ąchsten Jahr Eintrittskarten f├╝r ihren Besuch der Lagunenstadt kaufen. Mit der ab 16. Januar geltenden Regel sollen die G├Ąstestr├Âme in Venedig und auf den umliegenden Inseln vor allem zu den Spitzenbesuchszeiten geregelt werden, sagte Tourismus-Assessor Simone Venturini am Freitag. Vor allem Einheimische kritisieren den Massentourismus mit ├╝berf├╝llten Gassen und Sehensw├╝rdigkeiten. Vor der Corona-Pandemie kamen zum Teil mehr als 100 000 Besucher am Tag in die Stadt. Venedig hat es nun auf Tagesausfl├╝gler und G├Ąste von Kreuzfahrtschiffen abgesehen.

Es gibt auch Ausnahmen: Wer etwa ein Hotel in der Stadt gebucht hat, in der Stadt wohnt oder dort geboren wurde, braucht kein Ticket. Die Eintrittskarten werden online im Voraus gebucht. Je nach Auslastung der Stadt kann der Preis variieren; er soll sich um etwa zehn Euro pro Person bewegen. Wer fr├╝her bucht, zahlt weniger. Mit einem QR-Code etwa k├Ânnen Touristen dann ihr Ticket vorzeigen.

Wer an den Zug├Ąngen zum historischen Zentrum ohne Nachweis erwischt wird, dem drohen Geldstrafen von 50 bis 300 Euro. Nicht ausgeschlossen sind ausserdem laut Stadtvertreter Michele Zuin m├Âgliche Zug├Ąnge wie Drehkreuze an den Hauptzug├Ąngen zur Stadt.

Bis Januar will Venedig noch mit dem System experimentieren. Ab September erh├Âhen sich die Preise f├╝r Museen und Vaporetti, quasi die Linienbusse auf dem Wasser – ausser man bucht online. Venedig wolle die Menschen daran gew├Âhnen, ihren Aufenthalt zu planen, hiess es.

Das neue Ticketsystem sei kein Weg, Leute aus der Stadt auszusperren. „Die Stadt bleibt offen“, sagte Zuin. Es helfe der Kommune, die Auslastung der Verkehrsmittel und Kultur-St├Ątten besser zu planen. Venedig ├╝berwacht bereits mit dem sogenannten Control Room die Besucherstr├Âme. ├ťberwachungskameras und Personen-Z├Ąhlger├Ąte an Br├╝cken und Kan├Ąlen sowie die anonyme Auswertung von Handys in den Funkzellen liefern der Stadt ein Bild, wie viel los ist.

(text:sda/bild:unsplash)