20 September 2021

USA wollen geimpfte Ausl├Ąnder ab November wieder einreisen lassen

Das lange Warten auf Reisen nach Amerika hat ein Ende: Ab November k├Ânnen Ausl├Ąnder mit einer Corona-Impfung wieder in die Vereinigten Staaten einreisen. Das k├╝ndigte der Coronavirus-Koordinator des Weissen Hauses, Jeffrey Zients, am Montag an. Die Lockerungen kommen nach gut eineinhalb Jahren eines weitgehenden Einreisestopps f├╝r Menschen aus zahlreichen L├Ąndern, darunter f├╝r Einwohner der EU und Grossbritanniens. Die Reisebranche und die Wirtschaft d├╝rften damit aufatmen, aber auch viele Privatleute, die ├╝ber Monate von Familienmitgliedern und Freunden getrennt waren und auf US-Urlaube verzichten mussten.

Der Ank├╝ndigung zufolge m├╝ssen Erwachsene nachweisen, dass sie vollst├Ąndig geimpft sind, bevor sie ins Flugzeug nach Amerika einsteigen k├Ânnen. Ausserdem m├╝ssen Reisende demnach zus├Ątzlich wie bisher einen maximal drei Tage alten negativen Corona-Test vorweisen. Die Fluggesellschaften sollen Kontaktinformationen von Passagieren 30 Tage lang aufheben, damit sie nach eventuellen Corona-F├Ąllen benachrichtigt werden k├Ânnen.

Genaue Vorgaben, wie diese Nachverfolgung ablaufen soll, w├╝rden zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt bekanntgegeben, sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, am Montag in Washington. Das Gleiche gelte f├╝r die Frage, welche Impfstoffe von den USA anerkannt werden und wie eine Impfung nachgewiesen werden muss. In den USA sind bislang nur drei Impfstoffe zugelassen: die Pr├Ąparate von Pfizer/Biontech, Moderna sowie Johnson & Johnson. Psaki betonte, die Regelungen sollten ab Anfang November gelten.

Damit endet eine lange Reisesperre in die USA. Der damalige US-Pr├Ąsident Donald Trump hatte im M├Ąrz 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, einen Einreisestopp f├╝r Ausl├Ąnder aus weiten Teilen Europas angeordnet. Reisenden aus dem Schengen-Raum, Grossbritannien und Irland wurde damit bis auf wenige Ausnahmen untersagt, in die USA einzureisen. Auch f├╝r Ausl├Ąnder aus Indien, China, Brasilien, S├╝dafrika und dem Iran wurden in den USA angesichts der Ausbreitung des Coronavirus weitreichende Einreisesperren verh├Ąngt und ├╝ber viele Monate rigoros aufrechterhalten.

Die EU dagegen hatte ihre Mitgliedsstaaten bereits im Juni aufgefordert, Beschr├Ąnkungen f├╝r Reisende aus den USA und mehreren anderen L├Ąndern schrittweise aufzuheben. Deutschland erlaubte daraufhin wieder Einreisen unter anderem aus den USA, auch f├╝r Urlauber. Das heisst, Amerikaner konnten ab dem 20. Juni wieder in Deutschland einreisen, wenn sie eine Impfung, eine ├╝berstandene Covid-Erkrankung oder einen negativen Covid-Test nachweisen konnten.

Deutschland und andere EU-Staaten hatten sich im Gegenzug von Washington ebenfalls eine Lockerung erhofft, mussten darauf jedoch lange warten. Das sorgte bei Europ├Ąern f├╝r einigen Frust.

Noch Ende Juli hatte das Weisse Haus angesichts der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante verk├╝ndet, vorerst an allen Reisebeschr├Ąnkungen festzuhalten. Kurz darauf signalisierte die US-Regierung von Pr├Ąsident Joe Biden jedoch, sie arbeite an einem einheitlichen Plan f├╝r die Ausgestaltung internationaler Reiseregelungen, um schnell reagieren zu k├Ânnen, sobald Experten eine Lockerung f├╝r vertretbar hielten. Doch auch das zog sich hin.

Ende August empfahl die EU dann ihrerseits wieder strengere Einreiseregeln f├╝r Menschen aus den USA. F├╝r geimpfte Reisende aus den USA nach Deutschland hatte das allerdings keine Konsequenzen.

Die weitgehende Einreisesperre trennte bislang nicht nur Familien und Freunde. Sie plagte auch die Gesch├Ąftswelt und den Tourismus. Unter anderem aus der Reisebranche wurde schon lange eine Lockerung zumindest f├╝r geimpfte Reisende gefordert. Auch die deutsche Wirtschaft machte bei diesem Thema seit l├Ąngerer Zeit Druck, um ein Ende der Einreisesperre zu erreichen.

Aktien von Fluggesellschaften reagierten auf die Ank├╝ndigung mit zum Teil kr├Ąftigen Zuw├Ąchsen. So sprang der Kurs der British-Airways-Mutter IAG zeitweise um mehr als zehn Prozent hoch, f├╝r die Lufthansa gab es ein Plus von mehr als f├╝nf Prozent.

EU-Kommissar Thierry Breton begr├╝sste die Lockerung und sprach von einem logischen Schritt angesichts des Erfolgs der Impfkampagne in Europa. Der britische Premierminister Boris Johnson bezeichnete die Entscheidung als “fantastischen Schub f├╝r Wirtschaft und Handel”. Es sei grossartig, “dass Familien und Freunde auf beiden Seiten des Teichs wieder vereint werden k├Ânnen”.

(text:sda/bild:unsplash)