2 Juni 2022

Ukrainisches MilitÀr will Grossstadt Sjewjerodonezk nicht aufgeben

Das ukrainische MilitÀr will das umkÀmpfte Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk in der Region Luhansk nicht an die russischen Truppen verloren geben. Sjewjerodonezk gilt als letzte grosse ukrainische Hochburg in der Region Luhansk.

„Die Lage ist schwierig, aber sie ist besser als gestern. Und sie ist unter Kontrolle“, sagte der stellvertretende Generalstabschef Olexij Hromow am Donnerstag vor Journalisten in der Hauptstadt Kiew. Zuvor hatten die ukrainischen Behörden mitgeteilt, die Grossstadt sei grösstenteils unter Kontrolle russischer Truppen. Es gebe sehr blutige StrassenkĂ€mpfe in der Stadt, sagte Hromow. Prorussische Truppen und das russische MilitĂ€r stehen dort nach eigenen Angaben kurz vor der MachtĂŒbernahme.

Hromow und die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar zogen mit Blick auf den 100. Kriegstag an diesem Freitag Bilanz. „Unser Widerstand ist nach all den Monaten ungebrochen. Der Feind hat seine selbstgesteckten Ziele nicht erreicht“, sagte Maljar. „Wir sind bereit fĂŒr einen Langzeitkrieg. Wir haben uns auf einen langen Krieg eingestellt.“ Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin hatte den Einmarsch in das Nachbarland am 24. Februar befohlen. Als ein Ziel wurde immer wieder die komplette Einnahme der ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk genannt. Das ist bisher nicht gelungen.

Maljar lobte, dass nun endlich die „Dynamik der Waffenlieferungen“ aus dem Westen an Fahrt aufnehme. Sie machte aus SicherheitsgrĂŒnden keine Angaben zum Zeitpunkt und Ort der Lieferungen. Die Ukraine will mit den schweren Waffen unter anderem aus den USA und aus Deutschland den Vormarsch der russischen Truppen aufhalten und besetzte StĂ€dte befreien. „Es geht darum, dass wir uns verteidigen“, sagte sie auf die Frage, ob – wie von Moskau befĂŒrchtet – damit auch russisches Staatsgebiet angegriffen werden könnte.

Vize-Generalstabschef Hromow sagte, dass Russland es mit seinen LuftschlĂ€gen und Artilleriebeschuss vor allem auch auf die „totale Zerstörung der Infrastruktur“ abgesehen habe, darunter Eisenbahnverbindungen. Es handele sich um das gleiche Vorgehen besonders mit Luftangriffen der russischen Truppen wie in Syrien. Trotzdem scheiterten sie dabei, ihre Ziele zu erreichen, sagte er.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)