29 Januar 2022

Ukraine-Krise: Biden will bald US-Truppen nach Osteuropa verlegen

Die USA werden nach Angaben von PrÀsident Joe Biden wegen der Ukraine-Krise bald zusÀtzliche US-Truppen in die osteuropÀischen Nato-Staaten verlegen.

Es gehe dabei um „nicht zu viele“ Soldaten, schrĂ€nkte Biden am frĂŒhen Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington bei der RĂŒckkehr von einem Besuch im Bundesstaat Pennsylvania ein. Er machte keine genaueren Angaben dazu, um wie viele Soldaten es sich handeln könnte und wohin genau sie wann verlegt werden könnten. „Ich werde bald Truppen nach Osteuropa und in die Nato-Staaten verlegen“, sagte Biden.

Auf Bidens Anordnung hin waren am Montag 8500 Soldaten in den USA in erhöhte Bereitschaft versetzt worden, um bei Bedarf eine schnelle Verlegung zu ermöglichen. Biden hatte betont, es handle sich um eine Vorsichtsmassnahme, um Sorgen der osteuropĂ€ischen Nato-Mitgliedern zu begegnen. Es wĂŒrden keine US-Soldaten in die Ukraine geschickt. In Europa sind regulĂ€r auch ausserhalb von Krisenzeiten Zehntausende US-Soldaten stationiert, darunter rund 35 000 in Deutschland.

Am Donnerstagmittag (Ortszeit) hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin noch erklĂ€rt, es gebe bislang keinen Befehl zur Verlegung der Soldaten. Sie stĂŒnden in den USA bereit, seien von der Nato aber bislang noch nicht angefordert worden, sagte Austin im Pentagon.

Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarsches in der NĂ€he der Ukraine wird im Westen befĂŒrchtet, dass der Kreml einen Einmarsch in das Nachbarland planen könnte. FĂŒr möglich wird allerdings auch gehalten, dass nur Ängste geschĂŒrt werden sollen, um die Nato-Staaten zu ZugestĂ€ndnissen bei Forderungen nach neuen Sicherheitsgarantien zu bewegen. Moskau dementiert PlĂ€ne zu einem angeblichen Einmarsch.

(text:sda/bild:unsplash)