24 Juli 2021

Über 160 000 Menschen protestieren gegen Corona-Regeln in Frankreich

In Paris und anderen französischen StÀdten haben rund 161 000 Menschen gegen die VerschÀrfung der Corona-Regeln demonstriert. Das berichtete der französische Nachrichtensender Franceinfo am Samstag unter Berufung auf das Innenministerium. Allein in Paris seien rund 11 000 Menschen auf die Strasse gegangen.

Am Rande des Protestes kam es in der Hauptstadt im Bereich der Prachtstrasse Champs-ÉlysĂ©es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte daraufhin TrĂ€nengas und Wasserwerfer ein, wie Fernsehbilder zeigten.

Innenminister Gérald Darmanin verurteilte Gewalt gegen SicherheitskrÀfte oder Medienvertreter. Es seien in Paris neun Menschen festgenommen worden. Vor einer Woche hatten nach Angaben von Darmanins Ministerium landesweit rund 114 000 Menschen protestiert.

Die Mitte-Regierung von Premier Jean Castex hatte angesichts eines Anstiegs der Corona-Zahlen strengere Massnahmen auf den Weg gebracht. Das Land mit rund 67 Millionen Menschen kÀmpft nach EinschÀtzung von Castex mit einer vierten Corona-Welle.

Erst am Freitag hatte die Nationalversammlung als Unterhaus des Parlaments einem Gesetzesvorhaben zugestimmt, das die Ausweitung der Nachweispflicht ĂŒber einen negativen Corona-Test, eine Impfung oder Genesung vorsieht. Nun muss noch der Senat als zweite Parlamentskammer die neuen Regelungen genehmigen, damit der Nachweis ab August auch fĂŒr die Nutzung und den Besuch von FernzĂŒgen, Bars, Restaurants und Einkaufszentren nötig wird. Auch einer geplanten Impfpflicht fĂŒr Gesundheitspersonal gaben die Abgeordneten der Nationalversammlung in erster Lesung ihre Zustimmung.

(text:sda/symbolbild:unsplash)