10 April 2021

Trotz Demonstrationsverbot Hunderte in Altdorf UR

Mehrere hundert Kritikerinnen und Kritiker der Coronapolitik haben sich am Samstag zu einer nicht bewilligten Kundgebung in Altdorf UR versammelt, zun├Ąchst beim Tellldenkmal auf dem Hauptplatz und dann auf einem Hof ausserhalb des Orts. Die Polizei griff zwar ein, konnte die Demonstration aber nicht verhindern.

Eine Sprecherin der Kantonspolizei Uri sprach auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA von rund 500 Personen, die in Altdorf zusammengekommen waren. F├╝r die urspr├╝nglich geplante, aber nicht bewilligte Kundgebung war die Rede von bis zu 10’000 Personen gewesen. Die Polizei sprach rund hundert Wegweisungen aus.

Gegen Mittag hielten sich zun├Ąchst nur einige Dutzend Demonstrantinnen und Demonstranten beim Telldenkmal auf. Einige wenige trugen kleine Plakate, die meisten begn├╝gten sich damit, herumzustehen.

Die Polizei, es handelte sich um Mitglieder eines ausserkantonalen Korps in Vollmontur, stand bereit. Sie forderte die Menschen mehrmals auf, den Platz zu verlassen. Es kam zu Buhrufen, die meisten Demonstrantinnen und Demonstranten verliessen den Ort jeweils kurz, kehrten dann aber wieder zur├╝ck.

Gegen 14 Uhr tauchte eine schwarz gekleidete, maskierte Menschenkolonne auf. „Wir betrauern die Freiheit“, hiess es etwa auf einem Plakat, das sie mitf├╝hrte. Aus einen Lautsprecher t├Ânte Mozarts „Requiem“.

Die Polizei forderte dann die Menge ultimativ auf, innerhalb von zwei Minuten den Platz zu verlassen. Die meisten Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer wichen zur├╝ck. Darauf kreiste die Polizei das ├╝brig gebliebene Gr├╝ppchen ein. Es kam zu Personenkontrollen.

Zu Ende war die Kundgebung damit aber nicht. Eine Gruppe von Treichlern zog um das Telldenkmal, die Menschenmenge wuchs und f├╝llte den Platz und umliegende Gassen. Die Polizei setzte vereinzelt Tr├Ąnengas ein, die Stimmung wurde vor├╝bergehend aggressiv.

Dann wurde es folkloristischer. Fahnen wurden geschwenkt, es wurde gejodelt und die Nationalhymne gesungen. Angef├╝hrt von den Treichlern, zog die Menge schliesslich aus Altdorf zu dem Bauernhof, auf dem das Aktionsb├╝ndnis Urkantone eine Kundgebung hatte durchf├╝hren wollen, daf├╝r aber keine Bewilligung erhalten hatte.

Die Urner Beh├Ârden begr├╝ndeten die Nichtbewilligung damit, dass die Maskenpflicht bei solch grossen Anl├Ąssen nicht durchgesetzt werden k├Ânne. Zudem erliess sie ein grunds├Ątzliches Verbot von politischen Kundgebungen mit mehr als 300 Personen.

Trotz des Verbots wurde zu Demonstrationen aufgerufen. Die Polizei kontrollierte deswegen am Samstag die Zufahrtsstrassen nach Altdorf, aber auch Personen, die mit dem ├Âffentlichen Verkehr anreisten.

Der Kanton Uri hat zur Zeit eine sehr hohe Ansteckungsrate. Der Regierungsrat hatte am Freitag die Pandemielage als besorgniserregend bezeichnet.

(text:sda/bild:sda)