9 Juni 2022

Todesfahrer in Berlin hatte psychische Probleme – Ermittlungen

UPDATE:

Der Todesfahrer in Berlin hatte nach Erkenntnissen der Polizei in der Vergangenheit psychische Probleme.

Am Mittwoch hatte der Mann seinen Kleinwagen in der belebten Einkaufsmeile Ku’damm in der westlichen Innenstadt in eine Menschenmenge gelenkt. Dabei wurde eine Frau get├Âtet und mehrere Menschen teils lebensbedrohlich verletzt.

„Die genauen Umst├Ąnde m├╝ssen im Rahmen der laufenden Ermittlungen noch gekl├Ąrt werden“, sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger am Donnerstag im Abgeordnetenhaus, dem Parlament der deutschen Hauptstadt. Der jetzt 29-j├Ąhrige Mann armenischer Herkunft sei 2015 in Deutschland eingeb├╝rgert worden. Bei der Polizei sei er mehrfach aufgefallen, es habe Ermittlungen gegeben wegen K├Ârperverletzung, Hausfriedensbruchs und Beleidigung.

├ťber politische und extremistische Taten sei nichts bekannt. „Auch im Zusammenhang mit verfassungsfeindlichen Bestrebungen ist der Tatverd├Ąchtige bisher nicht aufgefallen.“ Im Auto sei kein Bekennerschreiben gefunden worden, sagte Spranger. „Im Auto wurden Plakate gefunden. Ob und inwieweit diese im Zusammenhang mit der Tat stehen, ist auch Gegenstand der Ermittlungen.“ Spranger betonte: „Deshalb bewerte ich nach derzeitigem Stand das gestrige Geschehen als einen Amoklauf einer psychisch beeintr├Ąchtigten Person.“

Der Mann befinde sich im Polizeigewahrsam und werde am Donnerstag einem Richter vorgef├╝hrt, sagte Spranger. „Die Ermittlungen werden von der Mordkommission gef├╝hrt und laufen auf Hochtouren.“ Die Polizei habe am Mittwochabend die Wohnung des Mannes durchsucht. „Zurzeit wird sowohl das Mobiltelefon als auch der Computer sehr intensiv untersucht.“

Nach bisherigem Stand fuhr der Mann am sp├Ąten Vormittag auf den B├╝rgersteig des Ku’damms und in eine Menschengruppe, lenktte den Wagen danach noch knapp 200 Meter weiter auf der Strasse, fuhr ein weiteres Mal auf den Gehweg und kam schliesslich im Schaufenster einer Parf├╝merie zum Stehen. 29 Menschen wurden dabei verletzt, 6 von ihnen lebensgef├Ąhrlich und 3 schwer. Darunter waren viele Sch├╝ler einer 10. Klasse aus Hessen. Deren Lehrerin starb.

(text&bild:sda)