29 MĂ€rz 2021

Tod von Einwandererin in Mexiko: Polizisten brachen ihr das Genick

Polizisten haben den Aufsehen erregenden Tod einer Frau im mexikanischen Urlaubsort Tulum durch Genickbruch herbeigefĂŒhrt. Die vier beteiligten Beamten hĂ€tten bei ihrer Festnahme unverhĂ€ltnismĂ€ssige Gewalt angewendet und seien wegen des Verdachts auf Femizid – also Mord an einer Frau wegen ihres Geschlechts – festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Quintana Roo am Montag mit. Der Bruch zweier Halswirbel habe laut Autopsie den Tod der Frau aus dem mittelamerikanischen Land El Salvador verursacht. Es war zunĂ€chst unklar, warum sie festgenommen werden sollte. Der Polizeichef der Karibikstadt wurde entlassen.

Am Wochenende waren Videos des Vorfalls vom Samstag in Medien und sozialen Netzwerken verbreitet worden. Darin ist zu sehen, wie die Frau neben einem Streifenwagen mit verbundenen HĂ€nden auf dem Bauch auf der Strasse liegt. Zwischenzeitlich kniet eine Polizistin auf ihrem RĂŒcken. Man hört die Frau schreien. SpĂ€ter legen Polizisten ihren inzwischen regungslosen Körper auf die LadeflĂ€che eines Pickup-Wagens. Das Opfer war nach mexikanischen Medienberichten 36 Jahre alt und lebte als FlĂŒchtling in Mexiko.

Der Fall sorgte auch wegen Ähnlichkeiten mit dem Tod von George Floyd im vergangenen Mai bei einem Polizeieinsatz in den USA fĂŒr Aufsehen. Videos zeigten damals, wie der weisse Polizist Derek Chauvin fast neun Minuten lang auf dem Nacken des Afroamerikaners Floyd kniete. Der Mordprozess gegen Chauvin begann am Montag in Minneapolis.

„Sie wurde brutal behandelt und umgebracht“, sagte StaatsprĂ€sident AndrĂ©s Manuel LĂłpez Obrador am Montag ĂŒber die Frau in Tulum. Sein Kollege in El Salvador, Nayib Bukele, forderte eine harte Bestrafung der Verantwortlichen.

Rund ein Zehntel der durchschnittlich knapp 100 Mordopfer, die Mexiko pro Tag verzeichnet, sind Frauen. Auch FĂ€lle ĂŒbermĂ€ssiger Gewaltanwendung durch SicherheitskrĂ€fte sind keine Seltenheit.

(text:sda/bild:archiv)