10 Dezember 2021

Tigray-Rebellen in Äthiopien sollen Zivilisten hingerichtet haben

In Äthiopien sollen Rebellen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) fast 50 Zivilisten hingerichtet haben.

In den Orten Chenna und Kobo in der Region Amhara habe man dar├╝ber mit Augenzeugen sprechen k├Ânnen, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Freitag in einem Bericht mit. Demnach sollen die Hinrichtungen zwischen dem 31. August und dem 9. September stattgefunden haben. In dem eskalierenden Konflikt mit der TPLF, wird die Zentralregierung von Milizen aus Amhara unterst├╝tzt.

In Chenna sollen die Rebellen laut HRW 26 Zivilisten get├Âtet haben, in Kobo 23 Menschen. Ein Augenzeuge best├Ątigte der Deutschen Presse-Agentur, in Kobo derartige Hinrichtungen beobachtet zu haben. So habe er am 12. September gesehen, wie drei M├Ąnner auf Befehl von acht TPLF-Rebellen ihr Zuhause verlassen mussten. Kurz darauf habe er Sch├╝sse geh├Ârt und sp├Ąter die drei M├Ąnner tot am Boden liegen sehen.

Die TPLF habe menschliches Leben und Kriegsrecht brutal missachtet, sagte Lama Fakih, die Direktorin von HRW f├╝r Krisen und Konflikte. Es m├╝sse eine unabh├Ąngige Untersuchung der Kriegsverbrechen in Tigray und Amhara geben, forderte Fakih.

Mit knapp 115 Millionen Einwohnern ist ├äthiopien das Land mit der zweitgr├Âssten Bev├Âlkerung Afrikas. Der Vielv├Âlkerstaat, der lange als Stabilit├Ątsanker der Region galt, droht durch die K├Ąmpfe zu zerfallen, die Zentralregierung ist geschw├Ącht. Der Konflikt zwischen Addis Abeba und der TPLF, der vor etwa einem Jahr in Tigray begann, hat sich mittlerweile auf weitere Landesteile ausgeweitet. Allen Konfliktparteien wird vorgeworfen, schwere Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben.

(text:sda/bild:unsplash)