20 Februar 2021

Tichanowskaja plant Besuch in der Schweiz

Die weissrussische OppositionsfĂŒhrerin Swetlana Tichanowskaja will in die Schweiz kommen. Sofern es die Coronavirus-BeschrĂ€nkungen erlaubten, plane sie ihre Reise fĂŒr MĂ€rz, wie sie in einem Interview mit der Zeitung “Le Temps” vom Samstag sagte.

In der Schweiz wolle sie sich dafĂŒr einsetzen, dass der Bund eine Untersuchung zu verborgenen Vermögenswerten und allfĂ€llig korrupten Machenschaften des weissrussischen PrĂ€sidenten Alexander Lukaschenko einleite, erklĂ€rte sie. Zudem wolle sich Tichanowskaja mit Schweizer Politikern sowie mit der Uno-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet treffen, um Fragen der Menschenrechte zu erörtern. “Wir möchten ĂŒber die Einrichtung von Instrumenten sprechen, welche die Justiz in Belarus wiederherstellen, einschliesslich einer internationalen Untersuchung der in den vergangenen Monaten im Land begangenen Verbrechen”, betonte die Oppositionspolitikerin gegenĂŒber “Le Temps”.

Die Situation der Opposition in Weissrussland sei derzeit schwierig, erklĂ€rte sie. “Ich muss zugeben, dass wir die Strassen verloren haben. Wir haben keine Möglichkeit, die Gewalt des Regimes gegen die Demonstranten zu bekĂ€mpfen – sie haben die Waffen, sie haben die StĂ€rke. Also ja – im Moment scheinen wir verloren zu haben”, bestĂ€tigte sie. “Aber heute bauen wir die Strukturen fĂŒr die KĂ€mpfe von morgen”, fĂŒgte Tichanowskaja hinzu.

Man arbeite allerdings derzeit daran, die verschiedenen Oppositionsinitiativen, die ĂŒberall entstanden seien, miteinander zu verbinden. “Unsere Strategie besteht darin, uns besser zu organisieren und das Regime unter stĂ€ndigen Druck zu versetzen, bis die Menschen wieder bereit sind, vielleicht im FrĂŒhjahr wieder auf die Strasse zu gehen”, sagte sie. Ihrer Meinung nach “wird Alexander Lukaschenko erst dann Verhandlungen aufnehmen, falls er mit dem RĂŒcken zur Wand steht”, hiess es. Tichanowskaja befĂŒrchte allerdings, dass der Machthaber in Weissrussland nur Ruinen zurĂŒcklassen werde.