11 September 2021

Thunberg rechnet mit brasilianischer Umweltpolitik ab

Klimaaktivistin Greta Thunberg geht mit Brasiliens Umweltpolitik hart ins Gericht. „Was die f├╝hrenden Politiker Brasiliens heute in Bezug auf die Natur und die indigenen V├Âlker machen, ist absolut besch├Ąmend“, sagte die Schwedin am Freitag (Ortszeit) in einer Video-Anh├Ârung des brasilianischen Senats zum j├╝ngsten Bericht des Weltklimarats (IPCC). Thunberg verwies auf Studien, wonach das Amazonasgebiet mehr klimasch├Ądliches Kohlendioxid abgibt als es aufnimmt. „Und das alles geschieht, w├Ąhrend wir zusehen. Es wird sogar direkt von Ihrer Regierung angeheizt.“

In weiten Teilen Brasiliens herrschen derzeit Wassermangel und Trockenheit. Zudem verzeichnet das brasilianische Amazonas-Gebiet die schlimmste Abholzung und die schlimmsten Br├Ąnde seit Jahren. Kritiker werfen dem rechten Pr├Ąsidenten Jair Bolsonaro vor, eine Stimmung geschaffen zu haben, in der sich Bauern zur Landnahme f├╝r landwirtschaftliche Nutzung ermutigt f├╝hlen. Der Oberste Gerichtshof Brasiliens ber├Ąt derzeit ├╝ber den Anspruch indigener V├Âlker auf ihr angestammtes Land.

Thunberg sagte weiter: „Die Welt kann nicht den Preis f├╝r den Verlust des Amazonas zahlen. Wenn wir den Amazonas verlieren, verlieren wir wahrscheinlich auch alle Chancen, das Pariser Abkommen zu erreichen.“ Das bedeute ein „Todesurteil“ f├╝r unz├Ąhlige Menschen und unz├Ąhlige Teile der Welt, nicht zuletzt f├╝r Brasilien. Ein grosser Teil des 6,7 Millionen Quadratkilometer grossen Amazonasbeckens liegt in Brasilien.

(text:sda/bild:unsplash)