15 M├Ąrz 2021

Thun: Vernehmlassung zur Abschaffung der Spez.-Sek

Der Stadtrat beauftragte den Gemeinderat mit einer Motion, den Prozess zur Abschaffung der Spezial-Sekundarklassen auf der Thuner Oberstufe einzuleiten. Um die Grundlagen f├╝r die k├╝nftige Organisation zu schaffen, f├╝hrt der Gemeinderat eine Vernehmlassung unter den Akteurinnen und Akteuren des Bildungsbereichs durch.

Seit dem Schuljahr 2017/2018 besuchen alle Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler im deutschsprachigen Teil des Kantons Bern den vierj├Ąhrigen gymnasialen Bildungsgang ausschliesslich am Gymnasium. Der Besuch des ersten ┬źGymer-Jahres┬╗ an einer Sekundarschule, der ehemaligen Quarta, ist nicht mehr m├Âglich. In Thun machte man sich in diesem Zusammenhang schon zwei Jahre vorher Gedanken zur k├╝nftigen Organisation der Oberstufe (Sek I). Im Zentrum stand dabei die Frage, ob die Unterteilung in drei Niveaus (Real, Sek und Spez. -Sek.) mit der neuen Regelung noch sinnvoll ist (vgl. Infobox). Auch der Stadtrat befasste sich mit diesem Thema. Mit einer knappen Mehrheit ├╝berwies er im November 2020 die Motion 3/2020 und erteilte dem Gemeinderat damit den Auftrag, mit der Streichung des entsprechenden Artikels im Bildungsreglement die Spez.-Sek. abzuschaffen. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Akteurinnen und Akteure des Bildungsbereichs in den Prozess zu involvieren und f├╝hrt von Mitte M├Ąrz bis Mitte April eine breite Vernehmlassung durch.

Basierend auf den R├╝ckmeldungen der Fachleute soll eine Grundlage f├╝r die k├╝nftige Organisation geschaffen werden. Die Auswertung dient dem Stadtrat als Entscheidungshilfe f├╝r die abschliessende Debatte. Die Vernehmlassung nimmt die Ausgestaltung und Organisation der k├╝nftigen Thuner Oberstufe in den Fokus. Dabei werden insbesondere auch die Schnittstellen von der Primarstufe in die Sekundarstufe I und jene in die Sekundarstufe II (Berufsschule mit Berufsmaturit├Ąt I und Gymnasium) beleuchtet. Von besonderem Interesse ist die Meinung der involvierten Lehrpersonen und der Eltern, vertreten durch die Elternr├Ąte. Zur Vernehmlassung werden die Stadtratsparteien, die Quartierleiste, die Schulleitungen der Primar- und der Oberstufe, die Schulkommission, die Elternr├Ąte, das Gymnasium, die Berufs- und Wirtschaftsschulen, das Schulinspektorat sowie alle Lehrpersonen der Stadt Thun eingeladen.

Die Vernehmlassung wird Ende April abgeschlossen, danach erfolgt die Auswertung durch das Amt f├╝r Bildung und Sport. Schliesslich befindet der Gemeinderat ├╝ber das Gesch├Ąft. Im Sp├Ątsommer wird die Teilrevision des Bildungsreglements (BiR) dem Stadtrat vorgelegt. Der Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum.

Wird das Gesch├Ąft definitiv beschlossen, ist mit einem Systemwechsel auf Beginn des Schuljahres 2022/23 zu rechnen.

(text:pd/bild:beo)