28 Februar 2022

Thun und drei Nachbargemeinden √ľberarbeiten Energieplanung

Die Stadt Thun und die Gemeinden Steffisburg, Heimberg und Uetendorf verf√ľgen seit 2013 √ľber einen gemeinsamen Richtplan Energie. Er koordiniert die Energieversorgung mit der r√§um-lichen Entwicklung und umfasst sowohl die Strom- wie auch die W√§rmeversorgung. Aufgrund ver√§nderter Rahmenbedingungen muss der Richtplan revidiert werden.

Im Jahr 2013 erarbeiteten die Gemeinden Thun, Steffisburg, Heimberg und Uetendorf gemeinsam einen Richtplan. Denn der Kanton Bern schreibt dies den gr√∂sseren Gemeinden als Instrument zur r√§umlichen Energieplanung vor. Der Inhalt des aktuellen Richtplans entspricht teilweise nicht mehr den heutigen Erkenntnissen und √ľbergeordneten gesetzlichen Rahmenbedingungen. Eine Zwischenbilanz der vier Gemeinden zeigte zudem, dass der Anteil erneuerbarer Energietr√§ger im W√§rmebereich noch deutlich unter dem anvisierten Soll-Wert gem√§ss der kantonalen Energiestra-tegie liegt. Um die Energie- und Klimaziele zu erreichen, ist die r√§umliche Energieplanung wichti-ger denn je. Deswegen haben die Gemeinder√§te der vier Gemeinden beschlossen, das Instrument zu √ľberarbeiten.

Der √ľberkommunale Richtplan Energie ist ein beh√∂rdenverbindliches Instrument und gibt die Leit-linien der Energieplanung f√ľr Thun, Steffisburg, Heimberg und Uetendorf vor. Ziel ist es, Raument-wicklung und Energienutzung besser aufeinander abzustimmen, die Energieeffizienz zu erh√∂hen und erneuerbare Energietr√§ger (Sonne, Wind, Wasser, Umweltw√§rme, Biomasseverg√§rung, Holz, Nah- und Fernw√§rme) zu f√∂rdern. Der Richtplan zeigt das Potential der erneuerbaren Energiequel-len auf und dient zur r√§umlichen Koordination von Energienachfrage und Angebot. Er umfasst so-wohl die Strom- wie auch die W√§rmeversorgung. Die Richtplankarte und die dazugeh√∂renden Massnahmenbl√§tter definieren die priorisierten, erneuerbaren Energietr√§ger f√ľr das ganze Ge-biet. Wobei insbesondere die W√§rmeversorgung auf der Richtplankarte dargestellt wird, wie bei-spielsweise der Perimeter des Fernw√§rmenetztes ausgehend von der KVA in Thun sowie Gebiete zur Grundwassernutzung oder zur Festlegung von kleineren W√§rmeverb√ľnden.

Im Rahmen der Revision des Richtplans sollen die Perimeter der einzelnen Energietr√§ger aktuali-siert und das Potential einzelner Energiequellen aufgearbeitet werden, wie beispielsweise der Nutzung von Seew√§rme. Zus√§tzlich zur Richtplankarte soll auch eine W√§rmeversorgungskarte er-arbeitet werden, die √ľber die Plattform RegioGIS Berner Oberland √∂ffentlich zug√§nglich sein wird. Die W√§rmeversorgungskarte soll im Vergleich zur best√§ndigen Richtplankarte ein dynamisches Instrument sein, das den aktuellen Stand der r√§umlichen Energieplanungen aufzeigt. Damit dient sie insbesondere Privaten und Planungsb√ľros als Informationsquelle zur Planung der W√§rmever-sorgung im gew√ľnschten Perimeter.

Die Überarbeitung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Energieversorgern. Weitere energierelevante Partnerorganisationen werden bei Bedarf beigezogen. Das Verfahren zur Erar-beitung des Richtplans gibt das kantonale Baugesetz vor. Es sieht auch eine öffentliche Mitwir-kung vor. Diese findet voraussichtlich in der ersten Hälfte 2023 statt.

(text:pd/bild:unsplash)