23 Oktober 2021

Tausende demonstrieren in Bern gegen Corona-Massnahmen des Bundes

Tausende Gegnerinnen und Gegner der bundesr├Ątlichen Corona-Politik haben sich am Samstag in Bern zu einer nationalen Grosskundgebung versammelt. Auf dem vollen Bundesplatz engagierten sich Rednerinnen und Redner f├╝r ein Nein an der Urne zum Covid-19-Gesetz.

Redner auf dem Bundesplatz sprachen sich unter anderem gegen das Covid-Zertifikat aus, was von der Menge mit Jubel aufgenommen wurde, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.

Schon eine Stunde vor Kundgebungsbeginn hatten sich hunderte Menschen auf dem Berner M├╝nsterplatz zur Kundgebung eingefunden. Bald schon konnte der Platz die Teilnehmenden nicht mehr fassen. Um 13.30 Uhr zogen die Demo-Teilnehmenden, angef├╝hrt von mehr als hundert Trychlerinnen und Trychlern, auf die vorgegebene Route Richtung Bundesplatz.

Auch dieser war bereits zum Bersten voll als noch immer mehrere Tausend Personen im Raum M├╝nsterplatz zur Demo starteten. Zu gr├Âsseren Zwischenf├Ąllen kam es w├Ąhrend des offiziellen Teils der Kundgebung nicht.

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot pr├Ąsent, sicherte die Marschroute ab und sorgte daf├╝r, dass die Demonstranten nicht von ihr abwichen. In Stellung bereit standen in Nebengassen auch Wasserwerfer. Das Bundeshaus war mit einem Zaun vom Bundesplatz getrennt. Die Polizei sicherte die Zug├Ąnge.

Die Kundgebung, f├╝r die das Aktionsb├╝ndnis Urkantone und die Freie Linke Schweiz verantwortlich zeichneten, war von der Stadt Bern bewilligt worden. Dies allerdings unter Auflagen: So sollten k├╝nftig unbewilligte Aufm├Ąrsche mit erheblichem Gewaltpotenzial, wie sie j├╝ngst jeweils an den Donnerstagabenden stattfanden, unterbleiben.

Dass sich die Organisatoren der Grosskundgebung den Bedingungen der Stadt Bern f├╝gten, sorgte in der Szene der Corona-Massnahmengegner f├╝r Diskussionen. Die Bewegung Massvoll etwa war offiziell nicht in Bern dabei und verteilte stattdessen an verschiedenen Orten der Schweiz Flugbl├Ątter.

In einschl├Ągigen Chatforen war eine Spaltung der Szene bef├╝rchtet worden. Viele riefen daher zu Einigkeit und einer Teilnahme in Bern auf.

An der Kundgebung in Bern beteiligten sich ├Ąusserlich sichtbar organisierte Gruppierungen wie die Freiheitstrychler in ihren weissen Hemden. Daneben waren aber vorwiegend Einzelpersonen und Familien unterwegs, viele mit Transparenten und Fahnen. Die Szene der Corona-Massnahmengegner ist heterogen, aber teilweise auch mit rechtsextremem Gedankengut und Verschw├Ârungstheorien durchzogen.

Nach dem Ende der offiziellen Kundgebung forderte die Berner Kantonspolizei die Leute auf, m├Âglichst auf verschiedenen Routen abzureisen und vor allem in Richtung Bahnhof geduldig und r├╝cksichtsvoll zu sein.

Im ├Âffentlichen Verkehr kam es am Samstagnachmittag wegen der Grosskundgebung zu Behinderungen.

Bei einer Gegenkundgebung auf dem Helvetiaplatz waren etwa hundert vorwiegend junge Leute anwesend. Nach Angaben der Organisatoren waren es 150 Personen. Alle trugen Masken, wie ein Korrespondent von Keystone-SDA beobachtete. Es waren Transparente zu sehen mit Slogans wie „Bern bleibt schwurbelfrei“. Die Organisatoren vom Solidarischen B├╝ndnis Bern hatten zu dieser Kundgebung aufgerufen.

(text:sda/bild:unsplash)