4 M├Ąrz 2021

Swiss fliegt 2020 massiven Verlust ein

Wegen der Coronapandemie ist die Swiss vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gest├╝rzt. Operativ resultierte bei der Lufthansa-Tochter ein Verlust von 654 Millionen Franken.

2019, im Jahr vor der Pandemie, hatte die Fluggesellschaft noch einen operativen Gewinn von 578 Millionen Franken erzielt und 2018 mit 636 Millionen sogar das bisherige Rekordergebnis.

Doch dann machte die Seuche der Airline einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Viele Staaten verboten die Einreise von Passagieren aus dem Ausland, und die Unsicherheit wegen des Virus spiegelte sich in massiv sinkenden Passagierzahlen, die im April ihren Tiefpunkt erreichten.

Insgesamt begr├╝sste die Airline 2020 nur noch 4,8 Millionen Passagiere an Bord, im Vorjahr waren es noch ├╝ber 18,5 Millionen gewesen. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen sank von 84 Prozent auf 57,9 Prozent, wie die Swiss am Donnerstag bekannt gab.

In der Folge brach der Umsatz um 65,2 Prozent auf 1,85 Milliarden Franken ein,. „Auch aufgrund des f├╝r die Luftfahrt ├╝blichen hohen Fixkostenanteils hat uns die Krise deutlich st├Ąrker getroffen als andere Branchen“, wird der neue Swiss-Chef Dieter Vranckx in der Mitteilung zitiert.

Immerhin trug laut der Mitteilung Swiss WorldCargo, die Frachtsparte der Airline, nicht zuletzt wegen der hohen Nachfrage nach Medikamenten und medizinischen Hilfsg├╝tern ├╝berproportional stark zum Ergebnis bei.

„Dank der umgehend eingeleiteten drastischen Kostensparmassnahmen und des starken Beitrags von Swiss WorldCargo ist es uns gelungen, den Verlust im Rahmen zu halten“, wird Swiss-Finanzchef Markus Binkert zitiert.

Man habe dieses Ergebnis erwartet und in die Finanzplanung einkalkuliert. Doch weil die Situation auch seit Jahresbeginn nicht besser wurde, habe sich die Situation wider Erwarten versch├Ąrft. „Wir verlieren weiterhin rund zwei Millionen Schweizer Franken pro Tag und werden somit unsere Kostensparmassnahmen intensivieren m├╝ssen“, so Binkert.

Bereits im vergangenen Jahr leitete die Swiss umfangreiche Kostensparmassnahmen ein. Mittels nat├╝rlicher Fluktuation, Fr├╝hpensionierungen und Teilzeit w├╝rden bis Ende 2021 so voraussichtlich 1’000 Vollzeitstellen abgebaut, heisst es. Auch in den oberen F├╝hrungsebenen werde die Zahl der Mitarbeitenden um 20 Prozent reduziert.

Zudem verkleinert die Swiss ihre Gesch├Ąftsleitung von vier auf drei Mitglieder. Der operative Chef Thomas Frick trete dabei per Ende M├Ąrz 2021 planm├Ąssig von seiner Funktion zur├╝ck, werde aber noch projektbasiert f├╝r das Unternehmen t├Ątig bleiben. Seine Funktion ├╝bernimmt in Personalunion der seit Januar amtierende Chef Vranckx.

Den vormals angek├╝ndigten Ausbau des Flugprogramms im zweiten Quartal legte die Swiss vorerst auf Eis, wie sie bereits Ende Februar mitteilte. Im M├Ąrz biete sie durchschnittlich noch ein Viertel des Angebots von 2019 an. In Genf wurde der Minimalflugbetrieb bis Ende Monat verl├Ąngert. Die Swiss rechnet damit, dass fr├╝hestens im Hochsommer mit einer Erholung der Reiset├Ątigkeit zu rechnen ist.

„Seit Jahresbeginn hat sich die Ausgangslage massiv verschlechtert. Es zeigt sich in aller Deutlichkeit, dass sich die gesamte Airlinebranche strukturell ver├Ąndern wird“, wird Vranckx zitiert. Swiss werde deshalb eine st├Ąrkere Redimensionierung pr├╝fen m├╝ssen als bislang vorgesehen. Eine Verkleinerung der Flotte w├╝rde sich auch das Streckennetz, die Kosten- und Organisationsstruktur auswirken. Eine Entscheidung dazu sei aber noch nicht gefallen.

Mit Fortschreiten der Impfungen und der aufgeschobenen Nachfrage gehe die Airline davon aus, im Laufe des dritten Quartals wieder rund 65 Prozent der Kapazit├Ąten von 2019 anbieten zu k├Ânnen, heisst es.