20 Januar 2022

Stoltenberg betont nach Biden-Äusserungen Geschlossenheit der Nato

Nato-Generalsekret├Ąr Jens Stoltenberg hat nach umstrittenen ├äusserungen von US-Pr├Ąsident Joe Biden in der Ukraine-Krise die Geschlossenheit des B├╝ndnisses unterstrichen. „Alle Nato-Verb├╝ndeten haben mehrfach deutlich gemacht, dass wir reagieren werden, wenn Russland erneut aggressive Aktionen gegen die Ukraine durchf├╝hrt“, sagte Stoltenberg am Donnerstag im US-Sender CNN. „Wir sind bereit, Sanktionen zu verh├Ąngen, und nat├╝rlich erw├Ągen wir auch, die Stationierung von Nato-Truppen im ├Âstlichen Teil des B├╝ndnisses zu verst├Ąrken.“ Zugleich suche man aber im Dialog mit Moskau nach einer politischen L├Âsung der Krise.

Stoltenberg war auf ├äusserungen von Biden angesprochen worden, die f├╝r Kritik aus der Ukraine gesorgt hatten. Biden schien bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus am Mittwoch anzudeuten, dass angedrohte Sanktionen der Nato vom Ausmass eines potenziellen russischen Einmarschs abh├Ąngen k├Ânnten. Biden schien zu unterscheiden zwischen einem „geringf├╝gigen Eindringen“ („minor incursion“) russischer Truppen in die Ukraine und einer vollen Invasion.

„Die Vereinigten Staaten haben zusammen mit allen anderen Nato-Verb├╝ndeten eine sehr klare Botschaft ├╝bermittelt, dass wir in keiner Weise eine weitere Anwendung milit├Ąrischer Gewalt gegen die Ukraine akzeptieren werden“, sagte Stoltenberg. „Und die Vereinigten Staaten sind f├╝hrend in den Bem├╝hungen, alle Nato-Verb├╝ndeten in unserer Reaktion auf die aggressiven Aktionen Russlands gegen die Ukraine zu koordinieren.“ Er danke der US-Regierung f├╝r diese F├╝hrungsrolle innerhalb der Nato.

Die USA und die Nato werfen Russland seit Monaten vor, einen ├ťberfall auf die Ukraine zu planen. Moskau weist dies t├Ąglich zur├╝ck. Russland will mit dem Aufmarsch nahe der Ukraine vor allem eine Drohkulisse aufbauen, weil es sich nach eigenen Angaben zunehmend von einer Ausdehnung der Nato bedroht sieht. An diesem Freitag wollen sich Russlands Aussenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege Antony Blinken in Genf treffen.

(text:sda/bild:pixabay)