15 März 2021

Start zur Corona-Testoffensive – 3170 Corona-Fälle in drei Tagen

Corona-Schnelltests sind in der Schweiz seit Montag für alle Menschen unabhängig von der Symptomlage gratis. Mehrere Kantone wollen weitere Lockerungen ab Ende März, und dem BAG wurden am Montag 3170 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert drei Tagen gemeldet.

Seit Montag ĂĽbernimmt der Bund neben den Kosten fĂĽr die PCR-Tests auch jene fĂĽr Schnelltests in allen bis anhin zugelassenen Testinstitutionen. FĂĽr den Bundesrat ist die Testoffensive ein wichtiger Schritt fĂĽr weitere Lockerungen der Corona-Massnahmen.

Sobald das Bundesamt fĂĽr Gesundheit (BAG) auch Selbsttests fĂĽr den Markt freigibt, kann jede Person in der Schweiz pro Monat fĂĽnf Kits kostenlos in einer Apotheke beziehen. Zurzeit sind Selbsttests in der Schweiz noch nicht zugelassen. Der Apothekerverband Pharmasuisse rechnet damit, dass die ersten Corona-Selbsttests mittels nasalem Abstrich Anfang April verfĂĽgbar sind.

Unternehmen, Institutionen und Schulen sollen zudem kostenlos Pool-Tests durchführen. Mit einer verstärkten Prävention und Früherkennung von lokalen Ausbrüchen will die Landesregierung die schrittweise Öffnung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens unterstützen, wie sie am vergangenen Freitag betont hatte.

Die Testoffensive zielt insbesondere auf die Eindämmung einer weiteren Ausbreitung der neuen Varianten des Coronavirus ab. Ein „Allheilmittel“ sei die Massnahme jedoch nicht.

Mehrere Kantone wollen eine raschere Ă–ffnung der Restaurants als der Bundesrat vorschlägt. Die Kantone St. Gallen und Appenzell Innerrhoden und Thurgau halten „spĂĽrbare Lockerungen“ ab dem 22. März fĂĽr wichtig, wie sie am Montag mitteilten.

Restaurants sollen – mit eingeschränkter Platzzahl und mit Schutzkonzepten – auch in Innenräumen wieder Gäste bewirten dĂĽrfen. „Die Ă–ffnung der Aussenbereiche bringt fĂĽr die Betriebe zu wenig“, hiess es.

Auch der Kanton Schwyz fordert in seiner Stellungnahme zur bundesrätlichen Konsultation, dass Restaurants mit dem nächsten Ă–ffnungsschritt am 22. März im Innen- und im Aussenbereich öffnen dĂĽrfen. Zudem fordert die Schwyzer Regierung bei den Lockerungen fĂĽr den Sport, die Kultur und die Bildung „keine starren Vorgaben“.

Vielmehr sollen in diesen Bereichen die Grösse des Veranstaltungsortes und die Infrastruktur mitberücksichtigt werden, teilte sie am Montag mit. Es sei wichtig, dass sich die Öffnungsstrategie neben der epidemiologischen Entwicklung auch an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen orientiere.

Der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler (SVP) sprach sich fĂĽr die „schnellstmögliche Ă–ffnung“ der noch geschlossenen Unternehmen und des öffentlichen Lebens unter Einhaltung der erarbeiteten Schutzkonzepte aus. „Nachdem der Versuch, das Virus kurzfristig auszurotten, nicht den erwĂĽnschten Erfolg brachte, mĂĽssen wir lernen, mit dem Virus zu leben“, wurde er am Montag in einer Mitteilung zitiert. Alle bräuchten wieder Perspektiven.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag innerhalb von 72 Stunden 3170 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte das BAG 21 neue Todesfälle und 97 Spitaleinweisungen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,7 Prozent. und die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 5. März bei 1,13. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, muss seine Reproduktionszahl kleiner als 1 sein.

(sda)