12 Februar 2021

Stand Stonehenge einst in Wales?

GemĂ€ss neuen Forschungen könnte das steinzeitliche Monument Stonehenge jahrhundertelang in Wales gestanden haben. Das geht aus einem Artikel hervor, der am Freitag in der Fachzeitschrift „Antiquity“ veröffentlicht wurde.

Die Erkenntnisse könnten eine mittelalterliche Legende teilweise bestĂ€tigen, wonach der Zauberer Merlin einst einen magischen Steinkreis namens Giants‘ Dance (Tanz der Riesen) aus irischem Herrschaftsgebiet fortschaffte und in England wieder aufstellen liess.

Unumstritten ist, dass die als Megalithen bezeichneten riesigen Felsblöcke in Stonehenge aus einem Steinbruch im SĂŒdwesten von Wales stammen. Die sogenannten Blausteine wurden also in jedem Fall rund 225 Kilometer Luftlinie weit transportiert.

Laut den Wissenschaftlern wurden nun ganz in der NĂ€he des Steinbruchs Spuren entdeckt, die auf eine Ă€hnliche Anlage hindeuten, wie sie seit etwa 5000 Jahren in der englischen Grafschaft Wiltshire steht – nur dass die Steine offenbar entfernt wurden. Der Graben, der den Steinkreis von Waun Mawn einst umgab, entspricht mit 110 Metern zudem genau dem Radius des Grabens in Stonehenge. Beide Kreise sind auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnwende ausgerichtet.

Die ArchĂ€ologen entdeckten nun bei der Anlage in Wales eine ganze Reihe von ehemaligen Löchern, die genau auf die Stonehenge-Megalithen passen, in einem Fall sogar „wie ein SchlĂŒssel ins SchlĂŒsselloch“, zitierte der „Guardian“ die Wissenschaftler. Datierungen aus dem Steinbruch ergaben zudem, dass die Stonehenge-Felsblöcke Jahrhunderte vor der Errichtung des weltberĂŒhmten Monuments herausgebrochen wurden – zeitgleich mit der Errichtung des Steinkreises von Waun Mawn.

Bereits vor rund 100 Jahren hatte der Geologe Herbert Thomas vermutet, dass die Megalithen von Stonehenge schon Teil eines frĂŒheren Heiligtums in Wales waren. Nun scheint sich diese Theorie zu bestĂ€tigen. „Ich forsche seit 20 Jahren ĂŒber Stonehenge und das ist wirklich das Aufregendste, was wir jemals gefunden haben“, zitierte der „Guardian“ den leitenden ArchĂ€ologen der Untersuchung Mike Parker Pearson vom University College London.

(Foto: CS)