14 Mai 2021

Stadler will bis Ende Jahr coronabedingte Verz├Âgerungen aufholen

Der Eisenbahnhersteller Stadler Rail will bis Ende 2021 die pandemiebedingten Verz├Âgerungen wettgemacht haben. Dies sagte Konzernchef und Hauptaktion├Ąr Peter Spuhler in einem Interview mit dem St. Galler Tagblatt.

„Wir haben bei den Abnahmen in der Zwischenzeit sehr viel aufgeholt. Und auch unser Servicegesch├Ąft normalisiert sich, weil der ├Âffentliche Verkehr wieder hochgefahren worden ist“, sagte Spuhler.

Wegen Corona war es im Vorjahr zu Probleme in der Lieferkette gekommen und Zulassungen durch die Beh├Ârden und Kundenabnahmen verz├Âgerten sich. Daher standen rund hundert fertige Loks und Z├╝ge herum und warteten auf die Auslieferung.

Obwohl Stadler mit einem Auftragsbestand von gut 16 Milliarden Franken ins Jahr gestartet ist, k├Ânnte das Unternehmen noch den einen oder anderen Auftrag gebrauchen. Denn bis ein Auftrag umsatzwirksam werde, dauere es mindestens zwei Jahre. Zudem sei ein Viertel des Auftragsbestands langfristige Serviceleistungen.

„Speziell f├╝r unser Werk am Hauptsitz in Bussnang w├Ąre mittelfristig ein gr├Âsserer Auftrag noch gut, aber auch f├╝r die Fabrik in Polen“, so Spuhler. Sehr gut ausgelastet seien dagegen die Werke in Berlin, Valencia und Salt Lake City.

Um in Asien Fuss zu fassen, ist Stadler in Indonesien ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem lokalen Hersteller PT Inkas eingegangen. Einen Auftrag hat dabei Stadler bereits unter Dach. Doch gebe es pandemiebedingt und auch wegen Finanzierungsproblemen Verz├Âgerungen.

Spuhler sieht in Zukunft gute Chancen sowohl f├╝r Batteriez├╝ge als auch f├╝r Wasserstoffz├╝ge. Dieselz├╝ge sollen solange angeboten werden, wie sie noch nachgefragt werden, sagte Spuhler. „Aber es wird immer weniger.“

Zu seiner Nachfolge an der Konzernspitze und damit zur Beendigung der Doppelfunktion als CEO und Pr├Ąsident sagte Spuhler, er werde diese beenden, wenn „wir die alte Flugh├Âhe wieder erreicht haben.“

Der Verwaltungsrat habe den Prozess eingeleitet, mehr d├╝rfe er dar├╝ber nicht sagen. Im Topmanagement w├╝rden meist K├╝ndigungsfristen von zw├Âlf Monaten gelten. Stadler wolle sich die f├╝r einen solchen Prozess n├Âtige Zeit nehmen.

(text:sda/bild:pexels)