5 Januar 2022

Sonnenschutz fĂŒr Weltraumteleskop aufgespannt

Ein entscheidender Schritt zur Vorbereitung der Inbetriebnahme des Weltraumteleskops “James Webb” ist geschafft: Der etwa der Grösse eines Tennisplatzes entsprechende Sonnenschutz des Teleskops ist laut US-Raumfahrtbehörde Nasa vollstĂ€ndig aufgespannt worden. Damit ist eine der kompliziertesten Prozeduren beim Aufbau des Teleskops abgeschlossen.

Es handele sich um einen “unglaublichen Meilenstein”, der fĂŒr den Erfolg der Mission Ă€usserst wichtig sei, sagte Webb-Programmdirektor Gregory Robinson am Dienstag (Ortszeit) im Nasa-Hauptsitz in Washington. Er sprach von einem “Wunderwerk der Technik”. Mit dem gemeinsam von Weltraumbehörden in Europa, den USA und Kanada gebauten Teleskop sollen die Ă€ltesten Galaxien des Weltalls erkundet werden.

Bei der rund acht Tage dauernden Entfaltung des Schutzschildes mussten tausende Teile prĂ€zise zusammenarbeiten, wie Robinson weiter sagte. Laut Nasa wird die Abschirmvorrichtung das Teleskop vor Licht und Hitze von Sonne, Erde und Mond schĂŒtzen und die Arbeit bei Temperaturen von unter etwa minus 229 Grad ermöglichen. Sie besteht demnach aus fĂŒnf Schichten. Jede der Folien sei ungefĂ€hr so dĂŒnn wie ein menschliches Haar und mit reflektierendem Metall beschichtet, hiess es. Der dadurch gebotene Schutz entspreche in etwa der Grössenordnung des Sonnenschutzfaktors eine Million.

Das Teleskop war am 25. Dezember an Bord einer Ariane-TrĂ€gerrakete vom europĂ€ischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All gestartet. Das Webb-Team habe drei Tage darauf begonnen, den Sonnenschutz ferngesteuert zu entfalten. Das Teleskop soll 1,5 Millionen Kilometer weit in den Weltraum fliegen und fĂŒr diese Strecke etwa vier Wochen benötigen.

Wissenschaftler erhoffen sich von den Aufnahmen unter anderem Erkenntnisse ĂŒber die Zeit nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren. Erste Daten und Bilder des Teleskops werden frĂŒhestens im Sommer erwartet. Das James-Webb-Teleskop wurde laut Betreiberangaben rund 30 Jahre lang entwickelt und kostete etwa 10 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro). Es folgt auf das Teleskop “Hubble”, das seit mehr als 30 Jahren im Einsatz ist.

(text:sda/bild:unsplash)