1 März 2021

SNB erzielt 2020 definitiven Gewinn von 20,9 Milliarden Franken

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im Corona-Jahr 2020 von der Entwicklung an den Finanzm√§rkten profitiert und weist erneut einen hohen Milliarden-Gewinn aus. Vor allem auf ihren Fremdw√§hrungspositionen sowie auf dem Goldbestand hat sie sehr gut verdient. Die Aussch√ľttung an Bund und Kantone betr√§gt 6 Milliarden Franken.

Konkret weist die SNB f√ľr das Berichtsjahr einen definitiven Gewinn von 20,9 Milliarden Franken aus, dies nach einem Plus von 48,9 Milliarden Franken im Jahr 2019. Der Gewinn der SNB h√§ngt bekanntlich stark von der Entwicklung an den Aktienm√§rkten, bei den Zinsen und beim Wechselkurs ab. Entsprechend kann er sehr stark schwanken und f√§llt in gewissen Jahren auch deutlich negativ aus.

Die SNB hatte bereits Anfang Januar einen provisorischen Gewinn f√ľr 2020 von rund 21 Milliarden vermeldet, nun hat sie am Montag noch weitere Details zu den einzelnen Posten bekannt gegeben. Konkret betrug der Gewinn auf den Fremdw√§hrungspositionen gem√§ss den definitiven Zahlen 13,3 Milliarden.

Dabei machten die Zins­ und Dividendenerträge auf den von der SNB gehaltenen Papieren 8,0 Milliarden bzw. 3,4 Milliarden Franken aus. Auf Zinspapieren (Anleihen etc.) resultierte zudem ein Kursgewinn von 12,1 Milliarden Franken, während dieser auf Beteiligungspapieren (Aktien etc.) 27,6 Milliarden Franken betrug.

Da der Schweizer Franken wegen der Unsicherheit an den Finanzm√§rkten im Zuge der Corona-Pandemie letztes Jahr aber deutlich st√§rker wurde, machte die SNB gleichzeitig wechselkursbedingte Verluste von 37,7 Milliarden Franken, so dass am Schluss noch die genannten 13,3 Milliarden √ľbrig blieben.

Auf dem unver√§nderten Goldbestand von 1040 Tonnen ergab sich den Angaben zufolge 2020 einen Bewertungsgewinn von 6,6 Milliarden Franken. Der Goldpreis notierte Ende 2020 mit 53’603 Franken pro Kilogramm um 13,5 Prozent h√∂her als Ende 2019. Und der Gewinn auf den Frankenpositionen betrug 1,3 Milliarden Franken. Dieser resultierte laut SNB im Wesentlichen aus den erhobenen Negativzinsen auf Girokontoguthaben.

Aufgrund der bestehenden hohen Marktrisiken, die in der Bilanz der Nationalbank enthalten sind, wird f√ľr die Berechnung der prozentualen Zunahme der R√ľckstellungen grunds√§tzlich das Doppelte der durchschnittlichen nominalen Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts (BIP) der vorangegangenen f√ľnf Jahre herangezogen. Ab dem Gesch√§ftsjahr 2016 galt zudem eine j√§hrliche Mindestzuweisung, die 8 Prozent des Bestands der R√ľckstellungen am Ende des Vorjahrs betrug.

Angesichts der seither nochmals deutlich gestiegenen Bilanzrisiken werde die j√§hrliche Mindestzuweisung ab 2020 aber neu auf 10 Prozent erh√∂ht, schreibt die SNB. Damit werde auch in Perioden mit tiefen nominalen BIP¬≠Zuwachsraten sichergestellt, dass die R√ľckstellungen ausreichend alimentiert werden und die Bilanz weiter gest√§rkt werde. Da das durchschnittliche nominale BIP¬≠Wachstum in den letzten f√ľnf Jahren nur 1,7 Prozent betragen hat, kommt f√ľr das Gesch√§ftsjahr 2020 somit die neue Mindestzuweisung von 10 Prozent zur Anwendung, was einem Betrag von 7,9 Milliarden Franken entspricht. Die R√ľckstellungen f√ľr W√§hrungsreserven steigen dadurch von 79,1 Milliarden auf 87,0 Milliarden Franken.

Nach Ber√ľcksichtigung der vorhandenen Aussch√ľttungsreserve von 84,0 Milliarden Franken resultierte f√ľr die SNB insgesamt ein Bilanzgewinn von 96,9 Milliarden Franken. Dies erm√∂glicht laut SNB eine Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie – entsprechend dem im Gesetz festgesetzten maximalen Betrag – sowie eine Gewinnaussch√ľttung an Bund und Kantone von neu insgesamt 6 Milliarden Franken.

F√ľr die letzten 2 Jahre wurden jeweils 4 Milliarden Franken ausbezahlt. Die h√∂here Gewinnaussch√ľttung wird aufgrund der neuen Vereinbarung zwischen dem Eidgen√∂ssischen Finanzdepartement und der SNB von Ende Januar vorgenommen. Sie ersetzt die Vereinbarung f√ľr die Gesch√§ftsjahre 2016 bis 2020 aus dem Jahr 2016 sowie die Zusatzvereinbarung aus dem Jahr 2020.

Gem√§ss der neuen Vereinbarung besteht die Gewinnaussch√ľttung aus einem Grundbetrag von zwei Milliarden Franken, der ausgesch√ľttet wird, sofern ein Bilanzgewinn von mindestens zwei Milliarden Franken vorhanden ist. Hinzu kommen vier m√∂gliche Zusatzaussch√ľttungen von je einer Milliarde Franken. Diese werden vorgenommen, wenn der Bilanzgewinn 10, 20, 30 oder 40 Milliarden Franken erreicht.

Der auszusch√ľttende Betrag von insgesamt 6 Milliarden Franken f√ľr 2020 geht zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone. Nach diesen Auszahlungen wird die Aussch√ľttungsreserve laut SNB 90,9 Milliarden Franken betragen. Die Chancen sind also gut, dass die SNB auch im laufenden Jahr 2021 den Maximalbetrag von 6 Milliarden Franken ausbezahlen wird.

Erh√∂hung der Mindestzuweisung an R√ľckstellungen auf 10%

Weiter hohe Aussch√ľttungsreserve