2 Juli 2022

Selenskyj spricht von „russischem Terror“

Mit scharfen Worten hat die Ukraine einen russischen Raketenangriff mit mindestens 21 Toten und 39 Verletzten auf ein Wohnhaus im sĂŒdukrainischen Gebiet Odessa verurteilt. PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „absichtlichen, gezielten russischen Terror“. In dem Haus seien weder Waffen noch militĂ€rische AusrĂŒstung versteckt gewesen – „wie russische Propagandisten und Beamte immer ĂŒber solche Angriffe erzĂ€hlen“, sagte er am Freitag in einer Videobotschaft. Der Einschlag der drei Raketen sei kein Versehen gewesen. Der Samstag ist fĂŒr die Ukraine der 129. Kriegstag.

Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba warf Russland im Zusammenhang mit dem Raketenangriff einen Krieg gegen Zivilisten vor. „Ich fordere unsere Partner dringend auf, der Ukraine so schnell wie möglich moderne Raketenabwehrsysteme zur VerfĂŒgung zu stellen. Helft uns, Leben zu retten und diesem Krieg ein Ende zu setzen“, teilte Kuleba per Twitter mit.

Die Ukraine wirft Russland den Abwurf von Phosphorbomben auf die Schlangeninsel im Schwarzen Meer vor. Mit Kampfflugzeugen des Typs Su-30 seien von der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim zwei Angriffe mit Phosphorbomben geflogen worden, teilte der Oberkommandierende der ukrainischen Armee, Walerij Saluschnyj, mit. Dazu prĂ€sentierte der 48-JĂ€hrige ein Video, das die Bombardierung belegen soll. Tags zuvor war das russische MilitĂ€r von der Insel abgezogen. Moskau hatte das als „Geste des guten Willens“ dargestellt. Kiew betrachtet den Abzug von dem am zweiten Kriegstag durch die Russen eroberten Eiland als Sieg infolge hĂ€ufiger Angriffe.

In der Ost- und in der SĂŒdukraine sind Stellungen der ukrainischen Armee entlang der ganzen Frontlinie von russischen Truppen mit Artillerie beschossen worden. Dutzende Orte in den Gebieten Charkiw, Donezk, Luhansk, Saporischschja, Mykolajiw und Cherson wurden am Freitag in dem bei Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs aufgezĂ€hlt. Vereinzelt seien auch Angriffe von Flugzeugen und Hubschraubern geflogen worden, hiess es. Ukrainische Einheiten hĂ€tten einen russischen Angriff bei einem Gelatine-Werk bei der Industriestadt Lyssytschansk im Gebiet Luhansk abgewehrt. Die Berichte können nicht unabhĂ€ngig geprĂŒft werden.

(text:sda/bild:sda)