30 Juni 2022

Selenskyj: Die Lage ist sehr schwierig

Trotz westlicher Waffenlieferungen bleibt die Lage ukrainischer Truppen in den schwer umk├Ąmpften Gebieten im Osten des Landes nach Worten von Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj extrem schwierig. „Wir unternehmen alles, um unser Milit├Ąr mit modernen Artilleriesystemen auszustatten und den Besatzern angemessen zu antworten“, sagte Selenskyj in der Nacht zum Donnerstag in seiner t├Ąglichen Videoansprache. Kremlchef Wladimir Putin drohte unterdessen mit Gegenmassnahmen nach einem Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens – und behauptete erneut, die russische „Spezialoperation“ in der Ukraine laufe nach Plan.

Das russische Milit├Ąr setzt im Industriegebiet Donbass auf massiven Artilleriebeschuss, um ukrainische Stellungen zu schw├Ąchen. Die ukrainische Artillerie ist trotz einiger eintreffender moderner Gesch├╝tze aus dem Westen unterlegen. Aktuell wird um die Stadt Lyssytschansk gek├Ąmpft, aus dem benachbarten Sjewjerodonezk zogen sich die ukrainischen Truppen zur├╝ck.

Der bisherige Druck auf Russland reiche nicht aus, sagte Selenskyj und verwies darauf, dass allein am Mittwoch zehn russische Raketen auf die ukrainische Stadt Mikolajiw abgefeuert worden seien. „Und alle waren auf zivile Ziele gerichtet“, sagte er.

Die ukrainische Armee und die russische Seite haben nach eigenen Angaben insgesamt knapp 300 Gefangene ausgetauscht. In die Ukraine seien dabei 144 Menschen zur├╝ckgekehrt, sagte Selenskyj. Der ├Ąlteste sei 65 Jahre alt und der j├╝ngste 19. Unter den freigelassenen ukrainischen Soldaten seien auch 95 K├Ąmpfer, die bis vor einigen Wochen das schwer umk├Ąmpfte Stahlwerk Azovstal in der mittlerweile von den Russen eroberten Hafenstadt Mariupol verteidigten.

Nach ukrainischen Angaben war es der gr├Âsste Gefangenenaustausch seit Kriegsbeginn. Der Separatistenf├╝hrer Denis Puschilin wiederum sprach von ebenfalls 144 prorussischen und russischen K├Ąmpfern, die aus ukrainischer Gefangenschaft entlassen worden seien.

(text:sda/bild:unsplash)