30 Mai 2021

Seilbahnungl├╝ck in Italien: Festgenommene wieder auf freiem Fuss

Nach dem t├Âdlichen Seilbahnungl├╝ck am Monte Mottarone in Norditalien sind zwei der drei festgenommenen M├Ąnner wieder auf freiem Fuss und einer im Hausarrest. Wie die Nachrichtenagentur Ansa in der Nacht zu Sonntag berichtete, entliess die Untersuchungsrichterin in Verbania am Lago Maggiore den Gesch├Ąftsf├╝hrer des Betreiberunternehmens und den Betriebsleiter aus der Haft. Die Beweise f├╝r eine T├Ąterschaft der beiden seien nicht ausreichend gewesen, schrieb Ansa unter Berufung auf die Justiz.

Lediglich der Dienstleiter muss dem Medienbericht zufolge in h├Ąuslichem Arrest bleiben. Die Untersuchungsrichterin hielt seine Aussagen f├╝r nicht glaubw├╝rdig genug, zitierte Ansa die ermittelnde Staatsanw├Ąltin Olimpia Bossi.

Ungekl├Ąrt ist unterdessen immer noch, weshalb am Sonntag vor einer Woche das Zugseil der Seilbahn riss. Bei dem Ungl├╝ck kamen 14 Menschen ums Leben, ein f├╝nfj├Ąhriger Junge wurde schwer verletzt. Nach bisherigem Ermittlungsstand riss das Kabel kurz vor der Ankunft an der gut 1300 Meter ├╝ber dem Meer gelegenen Bergstation. In diesem Fall h├Ątte eine Notbremse greifen m├╝ssen, was nicht geschah. Die Gondel raste mit hoher Geschwindigkeit an den Tragseilen zur├╝ck Richtung Tal, knallte an einen Seilbahn-Pfeiler und ├╝berschlug sich mehrfach.

Es besteht der Verdacht, dass die Notbremse ausser Kraft gesetzt wurde, weil es zuvor Unregelm├Ąssigkeiten beim Betrieb der Bahn gegeben haben soll. So sollten anscheinend weitere Unterbrechungen des Betriebs nach der langen Corona-Zwangspause vermieden werden. Am Sonntag war in der Region Piemont f├╝r die Mittagszeit eine Schweigeminute geplant. Regionalpr├Ąsident Alberto Cirio hatte dazu aufgerufen.

(text:sda/bild:unsplash)