21 Oktober 2021

Seeretter mit 400 Menschen an Bord weiter ohne Hafen

Die Crew des deutschen Seenotretter-Schiffs „Sea-Watch 3“ mit mehr als 400 Bootsmigranten an Bord wartet nach mehreren Evakuierungen weiter auf einen sicheren Hafen. In der Nacht zu Donnerstag brachte die italienische K├╝stenwache eine hochschwangere Frau von Bord, wie die in Berlin ans├Ąssige Organisation auf Twitter schrieb.

Zuvor wurden drei Frauen mit schweren Treibstoffverbrennungen und eine weitere Schwangere vom Schiff geholt. Am Sonntag und Montag hatten die freiwilligen Helfer nach eigenen Angaben in sieben Eins├Ątzen mehr als 410 Menschen im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet – darunter viele Minderj├Ąhrige.

Die medizinischen Kapazit├Ąten auf der „Sea-Watch 3“ k├Ąmen aufgrund der Patienten-Anzahl an ihre Grenzen, sagte eine an Bord befindliche ├ärztin laut Mitteilung. Private Organisationen machen sich immer wieder auf den Weg ins Mittelmeer, um Migranten vor dem Ertrinken zu retten, die von den K├╝sten Nordafrikas aus in kleinen Booten ablegen und ├╝ber den Seeweg nach Italien und damit die EU gelangen wollen. Die ├ťberfahrt ist gef├Ąhrlich und die Migrantenboote geraten regelm├Ąssig in Seenot.

In Italiens Politik sind die Eins├Ątze der Organisationen teils umstritten, weil das Mittelmeerland viele Menschen aufnimmt und zahlreiche Migranten regelm├Ąssig etwa auf der italienischen Insel Lampedusa anlanden. Die Regierung fordert von der EU schon l├Ąnger ein festes Umverteilungssystem f├╝r die Migranten. Stand Donnerstag kamen in diesem Jahr bislang knapp 50 900 Migranten in Booten in Italien an, wie aus den Zahlen des italienischen Innenministeriums hervorging. Im selben Vorjahreszeitraum waren es noch rund 26 700.

(text:sda/bild:pexels)