6 Juli 2022

Sechs auf einen Streich: Weitere R├╝cktritte in London

Der britische Premierminister Boris Johnson verliert rasant an R├╝ckhalt in den eigenen Reihen. Am fr├╝hen Mittwochnachmittag traten gleich f├╝nf Staatssekret├Ąrinnen und Staatssekret├Ąre um die Gleichstellungsbeauftragte Kemi Badenoch auf einen Schlag zur├╝ck.

Es werde immer deutlicher, dass die Regierung nicht mehr funktioniere, schrieben sie. Alle gelten als junge, aufstrebende Polittalente.

Kurz danach folgte mit Mims Davies eine weitere Staatssekret├Ąrin. Damit legten bisher 28 Amtstr├Ąger von Johnsons Konservativer Partei wegen des Verhaltens des Regierungschefs ihre Posten nieder, wie der Sender Sky News berichtete.

Unter den Zur├╝ckgetretenen waren auch der stellvertretende Generalstaatsanwalt f├╝r England und Wales, Alex Chalk, sowie mehrere sogenannte Parliamentary Private Secretaries (PPS), die als „Augen und Ohren“ der Ressortchefs im Parlament gelten. Die Regierungskrise war am Dienstagabend mit den R├╝cktritten von Gesundheitsminister Sajid Javid und Finanzminister Rishi Sunak ausgel├Âst worden. Bisher sind aber alle anderen Ressortchefs noch im Amt.

Nach Z├Ąhlungen von Denkfabriken waren bisher rund 150 konservative Abgeordnete in irgendeiner Form Mitglied der Regierung. Das ist g├Ąngige Praxis in Grossbritannien. Mit den Ernennungen auf teils bezahlte, teils unbezahlte Posten wollen Premierminister die Fraktionsmitglieder eng an sich binden und parteiinterne Rebellionen im Keim ersticken. Dieser Plan d├╝rfte nun f├╝r Johnson nicht mehr funktionieren. Ein weiteres Misstrauensvotum wurde in K├╝rze erwartet.

(text:sda/bild:unsplash)