28 April 2021

Schweizer unterliegen DĂ€nemark knapp

Die Schweizer Handballer verpassen in der EM-Qualifikation eine grosse Chance. Trotz eines zwischenzeitlichen FĂŒnf-Tore-Vorsprungs verliert das Team von Trainer Michael Suter in Winterthur gegen Olympiasieger und Weltmeister DĂ€nemark 29:30.

Da das Spiel fĂŒr die DĂ€nen weniger wichtig war als fĂŒr die Schweizer, schonte der wegen einer Knieverletzung nicht anwesende Trainer Nikolaj Jacobsen einige Topspieler, unter ihnen den dreifachen Welthandballer Mikkel Hansen und Goalie Niklas Landin, den Welthandballer von 2019. Dadurch fehlte den Skandinaviern einiges an QualitĂ€t. Allerdings ist zu betonen, dass immer noch sehr viel Klasse auf dem Feld stand.

Dennoch war es fĂŒr die Schweizer eine Chance, und lange sah es danach aus, als könnten sie diese nutzen – mit einem Sieg hĂ€tten sie das EM-Ticket so gut wie auf sicher gehabt. Sie waren von Beginn weg bereit und gingen bis zur 12. Minute 9:4 in FĂŒhrung. Dass die Einheimischen davonziehen konnten, lag neben der starken Verteidigung an zwei Spielern: Goalie Nikola Portner und Regisseur Andy Schmid. Ersterer wehrte in den ersten 16 Minuten nicht weniger als sieben von 13 SchĂŒssen ab. Schmid zeichnete fĂŒr acht der ersten 15 Treffer der Gastgeber verantwortlich. Zur Pause fĂŒhrten die Schweizer absolut verdient 17:14, viel besser können sie nicht spielen.

In der zweiten Halbzeit steigerten sich die DĂ€nen. Die SHV-Auswahl bekundete fortan grosse MĂŒhe, Tore zu erzielen, zudem verschossen Schmid (44./beim Stand von 22:21) und Marvin Lier (50./24:25) je einen Penalty. In der 47. Minute gingen die GĂ€ste mit 23:22 erstmals nach dem 2:1 in FĂŒhrung. Die Schweizer glichen bis zum 28:28 (55.) immer wieder aus. In den nĂ€chsten drei Angriffen brachten sie aber keinen Treffer zu Stande. Das 29:30 von RĂŒckkehrer Lucas Meister fiel praktisch mit der Schlusssirene.

“Es war klar, dass wir die DĂ€nen nicht ĂŒber 60 Minuten so dominieren können, wie wir das in der ersten Halbzeit taten”, sagte Schmid, der am Ende zwölfmal erfolgreich war. “Wir machten drei, vier dumme Fehler, sie nicht. Das ist der bittere Unterschied, darum sind sie Weltmeister und haben Selbstvertrauen bis unters Hallendach.” Suter fand, dass mindestens ein Punkt verdient gewesen wĂ€re, der Sport jedoch manchmal brutal sei. “Was die Mannschaft gezeigt hat, war sensationell, mehr kĂ€mpfen kann man eigentlich nicht.” FĂŒr den Sieg hĂ€tte es noch “einen Tick mehr AbgeklĂ€rtheit, einen Tick mehr Routine und etwas mehr GlĂŒck gebraucht”, fuhr Suter fort.

Am Sonntag treffen die Schweizer zum Abschluss der EM-Qualifikation auswĂ€rts auf Nordmazedonien. Dann gilt es, dass Verpasste, einen Sieg, nachzuholen. Möglicherweise reicht aber auch ein Unentschieden oder sogar eine knappe Niederlage fĂŒr die EM-Teilnahme. Dies bleibt selbstredend das Ziel der SHV-Auswahl.

“Wir wollen unbedingt an die EM und gehören auch dorthin, wie diese Leistung unterstreicht”, sagte Suter. Sie seien der besten Gruppe zugelost worden. “Es darf nicht sein, dass Mannschaften, die deutlich unter unserem Niveau spielen, an die EM reisen und wir nicht. Wir mĂŒssen das verhindern und werden alles dafĂŒr geben.”

(text:sda/bild:unsplash)