8 Juni 2021

Schweizer Regionalbanken nach Corona-Jahr in guter Verfassung

Die regional tÀtigen Banken sehen sich nach dem Corona-Jahr 2020 in guter Verfassung. Die Institute schÀtzen sowohl ihre eigene Lage als auch die Lage der Gesamtbranche nicht nur deutlich besser ein als im vergangenen Jahr.

Sie sei sogar noch besser als im Jahr 2019, hiess es. Den „Stresstest Covid-Pandemie“ haben die Regionalbanken gut ĂŒberstanden, folgert die am Dienstag veröffentlichte Studie des „OTC-X Research“.

In der Umfrage bei GeschĂ€ftsfĂŒhrern regional tĂ€tiger Banken erreichte die SelbsteinschĂ€tzung zur eigenen Lage 7,7 Punkte (Vorjahr 7,0 Punkte) – dies auf einer Skala von 1 (miserabel) bis 10 (hervorragend). Einen noch höheren Wert gab es in der Umfrage bisher nur im Jahr 2018.

Nicht allzu besorgt zeigen sich die Banken auch bezĂŒglich der finanziellen Gesundheit der Kunden. Zwar bezeichnen 56 Prozent die Situation der Kunden als „etwas schlechter“, fĂŒr 44 Prozent war sie aber „unverĂ€ndert.“ Eine „deutliche Verschlechterung“ in der Verfassung ihrer Kunden machte aber keine Bank aus – 2020 hatten noch knapp 12 Prozent der Institute diese Antwort gewĂ€hlt. Entsprechend sind auch die Sorgen um die BeeintrĂ€chtigung der eigenen Profite wegen Abschreibern und Wertberichtigungen klar abnehmend.

Offenbar haben die Inlandbanken in den vergangenen Jahren die richtigen Vorbereitungen fĂŒr eine solche „Stress-Situation“ getroffen. Das zeigt sich laut den Studienautoren etwa darin, dass fĂŒr die Institute das Thema der „Kostensenkung“ mittlerweile klar an Bedeutung abgenommen hat. Weiterhin zu den wichtigsten Themen, welche die Bankchefs umtreiben, zĂ€hlt allerdings die „Digitalisierung der Prozesse“ in den Instituten.

Weiterhin eine hohe PrioritĂ€t hat aber auch die „Diversifikation der ErtrĂ€ge“. Noch immer habe sich der Anteil der Hypothekarkredite am GeschĂ€ftsvolumen kaum zugunsten anderer Einkommensquellen vermindert, stellen die Studienautoren fest: „Nahezu unverĂ€ndert entfallen rund 77 Prozent der ErtrĂ€ge auf das ZinsengeschĂ€ft.“

Eine Zinswende rĂŒckt in der EinschĂ€tzung der Bankchefs derweil etwas nĂ€her. Immerhin ein gutes Drittel (36 Prozent) der Teilnehmenden prognostizieren eine „moderate Anhebung“ der Leitzinsen durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) in den kommenden zwei Jahren. Im Vorjahr lag dieser Wert nur gerade bei knapp 4 Prozent. Eine „starke Anhebung“ wird aber weiterhin nicht erwartet.

An der am „Branchentalk Regionalbanken“ vorgestellten Umfrage von Zern & Partner nahmen 26 von insgesamt 71 befragten Instituten teil. Von den Teilnehmern waren 24 Regionalbanken, eine Kantonalbank sowie ein weiteres regional aktives Finanzinstitut.

(text:sda/bild:unsplash)