28 Februar 2021

Schweizer Frauen schaffen mit WM-Silber den Coup

Der wohl einzige Schweizer Medaillentrumpf an den nordischen Weltmeisterschaften in Oberstdorf sticht. Laurien van der Graaff und Nadine FĂ€hndrich gewinnen im Team-Sprint Silber.

Die SchlusslÀuferin FÀhndrich spielte in der Skating-Technik ihre StÀrken voll aus. Auf der letzten Ablösung lief die Luzernerin von Platz 5 auf Position 2 vor und forderte auf der Zielgeraden sogar die Schwedens Sprint-Weltmeisterin Jonna Sundling. Bronze holte Slowenien, die Top-Nationen Norwegen und Russland gingen leer aus.

Auf den 6mal 1,2 km drĂŒckten die Schwedinnen bereits ab der 2. Runde aufs Tempo. Aber Laurien van der Graaff und Nadine FĂ€hndrich hielten sich stets in Schlagdistanz, selbst als sich Schweden und Russland im Sulzschnee vorentscheidend abzusetzen drohten. Nadine FĂ€hndrich, die am Donnerstag im Sprint mit dem Out in der Qualifikation ihre bislang schwerste Niederlage einstecken musste, lief im Schlussanstieg zu Hochform auf. Sie kam Jonna Sundling sogar nĂ€her und sicherte zumindest Silber ab. Auch die heikle Abfahrt im tiefen Schnee bewĂ€ltigte die 25-JĂ€hrige trotz schwerer Beine souverĂ€n.

Das Duo FĂ€hndrich/Van der Graaff lief bei den vier Weltcups vor der WM jedes Mal auf das Podest, allerdings nicht immer in top besetzten Feldern. Der Medaillentraum war gleichwohl realistisch. Denn nun bestĂ€tigte das Duo seine StĂ€rke auch gegen die Weltbesten im wichtigsten Wettkampf der Saison – und im Fall von Laurien van der Graaff wohl im wichtigsten Wettkampf der Karriere. Nie zuvor waren fĂŒr die Davoserin die Chancen auf einen Coup so gross gewesen.

Medaillen im Langlauf an Weltmeisterschaften haben fĂŒr die Schweiz Seltenheitswert. Vor der Ära Cologna mit drei Medaillen in den Jahren 2013 und 2015 hatte Evi Kratzer 1987 ebenfalls in Oberstdorf mit Bronze ĂŒber 5 km ĂŒberzeugt. Die Medaillen von Sepp Haas 1968 in Grenoble und der MĂ€nnerstaffel 1972 in Sapporo fielen im Rahmen von Olympischen Spielen, die zugleich als WM-Wertung herangezogen wurden.

Die zuvor letzte Medaille an nordischen Weltmeisterschaften gewann Killian Peier bei den TitelkÀmpfen Seefeld 2019 von der Grossschanze in Innsbruck.

Bei den MÀnnern setzten sich die Norweger dank Johannes Hösflot Klaebo durch. Jovian Hediger und Roman Furger fielen in der vorletzten Runde aus der Entscheidung und mussten mit Platz 9 vorliebnehmen.