5 Februar 2021

Schweizer DetailhÀndler fordern Aufhebung der Ladenschliessungen

Der Schweizer Detailhandelsverband hat in einem Positionspapier am Freitag das Ende von flĂ€chendeckenden Ladenschliessungen gefordert. Nach rund einem Jahr mĂŒsse die Erkenntnis reifen, dass das Virus laufend mutiere und “Lockdowns” keine nachhaltige und verhĂ€ltnismĂ€ssige Strategie seien.

Es brauche deshalb einen Paradigmenwechsel, heisst es in einer Mitteilung von der Swiss Retail Federation. Der Verband, dem rund 5500 GeschĂ€fte angehören, sprach sich anstelle von Schliessungen fĂŒr Schutzkonzepte fĂŒr alle LĂ€den aus und fĂŒr eine Perspektive fĂŒr die Branche ab dem 1. MĂ€rz. Weiter forderte der Verband unter anderem breiter angelegte Tests und eine bessere Kontakt-Nachverfolgung.

Seit dem 18. Januar sind im Detailhandel laut Angaben des Verbands schweizweit ĂŒber zehntausend GeschĂ€fte durch den Bund geschlossen, die nicht Lebensmittel oder GĂŒter des tĂ€glichen Bedarfs verkaufen. FĂŒr die Branche fĂŒhre dies zu einem Umsatzausfall von rund 800 Millionen Franken pro Woche, schreibt der Verband.

Die zweite Schliessung von weiten Teilen des Schweizer Detailhandels und der dadurch bedingte Umsatzverlust von geschĂ€tzt rund 4,8 Milliarden Franken fĂŒr die Lockdown-Phase bis Ende Februar hĂ€tten tiefgreifende Konsequenzen, hiess es weiter. Der Detailhandel bleibe trotz HĂ€rtefallverordnung auf Fixkosten sitzen. Diese seien bei vielen GeschĂ€ften nur zu 2 bis 9 Prozent gedeckt.

Eine VerlĂ€ngerung der Schliessungsperiode oder ein spĂ€terer erneuter Lockdown zerstöre die Zukunftsperspektiven der Unternehmen, schrieb der Verband. AuslĂ€ndische OnlinehĂ€ndler wie Zalando oder Amazon wĂŒrden vom Schweizer Staat mit solchen Massnahmen kĂŒnstlich gefördert.

Der Verband forderte eine “kohĂ€rente und risikobasierte” Regulierung. Es sei nicht nachvollziehbar, warum Kleider-, Schuh- und BuchlĂ€den geschlossen wĂŒrden, aber Tattoo- und Erotik-Studios grundsĂ€tzlich offen bleiben dĂŒrften.

Das Virus verschwinde nicht von heute auf morgen mit einem Lockdown, begrĂŒndete die Swiss Retail Federation die Forderung. Es brauche deshalb einen Paradigmenwechsel, weg von der Praxis “Lockdown-Öffnung-Lockdown”. Der Detailhandel ist mit rund 310’000 Stellen der grösste private Arbeitgeber der Schweiz.

Milliarden-Verlust