25 Juli 2021

Schweiz Tourismus: Erholung von Pandemie dauert Jahrzehnte

Bis sich der Schweizer Tourismus vollst├Ąndig von der Covid-19-Pandemie erholt hat, wird es Jahrzehnte dauern. Dieser Auffassung ist Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus. Das Jahr 2021 d├╝rfte noch schlechter ausfallen als 2020.

Unsicherheit und Kurzfristigkeit w├╝rden den Tourismus noch lange begleiten, sagte Nydegger in einem Interview mit der „SonntagsZeitung“. Man m├╝sse sich darauf einstellen, dass immer wieder irgendwo ein Virenherd auftauche. Der Schweizer Tourismus m├╝sse sich „in dieser neuen Welt zurechtfinden“.

Im laufenden Jahr verlaufe die Erholung tr├Ąger als er sich das gew├╝nscht habe, sagte Nydegger. Gemessen an den Hotel-├ťbernachtungen werde die Schweiz 2021 „voraussichtlich nochmals 5 Prozent schlechter abschneiden“ als im vergangenen Jahr.

F├╝r Nydegger ist das „keine gute Nachricht, denn 2020 war das schlimmste Jahr der Geschichte“. Der Einbruch im laufenden Jahr habe nicht mit dem Sommer zu tun, sondern mit der schlechten Wintersaison. F├╝r den Sommer rechne er gegen├╝ber 2020 mit einem leichten Plus, aber nicht mit einem guten Sommer.

Zwar w├╝rden bis zu 10 Prozent weniger Schweizer G├Ąste ihre Ferien im Inland verbringen. „Allerdings sp├╝ren wir gleichzeitig, dass wieder mehr G├Ąste aus dem Ausland zu uns kommen. Sie kompensieren den Einbruch bei den Schweizern.“

Aus Deutschland, Frankreich, Italien, ├ľsterreich, den Niederlanden und Belgien reisten im laufenden Sommer rund 15 Prozent mehr G├Ąste in die Schweiz als 2020. Aus den ├╝brigen europ├Ąischen L├Ąndern rechne Schweiz Tourismus mit einer kaum merklichen Zunahme. Hingegen kehrten G├Ąste aus Nordamerika und den Golfstaaten langsam zur├╝ck.

Aus Asien dagegen k├Ąmen noch keine G├Ąste. China werde vor den Olympischen Winterspielen im Februar 2022 keine Experimente wagen, sagte Nydegger. In den n├Ąchsten zwei, drei Jahren k├Ąmen nicht ann├Ąhernd so viele Asiaten in die Schweiz wie vor der Pandemie. „Aber ich glaube, dass wir eine sehr steile Wachstumskurve sehen werden, wenn die Pandemie mal durchgestanden ist.“

Auch Unwetter und Hochwasser erschweren das Gesch├Ąft mit dem Fremdenverkehr. Bergbahnen und Schifffahrtsgesellschaften h├Ątten miserabel gewirtschaftet, sagte Nydegger. Negative Folgen habe auch die Hochwasserkatastrophe in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg.