27 Dezember 2022

Schweiz ruft zu Entspannung zwischen Serbien und Kosovo auf

Die Schweiz hat erneut alle betroffenen Parteien im Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo aufgerufen, die Situation nicht weiter zu verschĂ€rfen. KFOR und Eulex seien fĂŒr die Aufrechterhaltung und die Sicherheit der lokalen Gemeinschaften im Norden des Kosovo von entscheidender Bedeutung, hiess es am Dienstag aus dem Aussendepartement (EDA) in Bern.

Die Schweizer Armee engagiert sich seit 1999 mit der SWISSCOY an der Kosovo-Friedensmission KFOR (englisch fĂŒr Kosovo Force), der 1999 nach Beendigung des Kosovo-Krieges aufgestellten multinationalen militĂ€rischen Formation unter der Leitung der Nato. Die Eulex ist die EU-Mission fĂŒr Rechtsstaatlichkeit im Kosovo.

Im nördlichen Kosovo errichteten mehrere Hundert Kosovo-Serben seit dem 10. Dezember Blockaden, um gegen die Verhaftung eines ehemaligen serbischen Polizisten zu protestieren, und legten den Verkehr zu zwei GrenzĂŒbergĂ€ngen nach Serbien lahm.

Angesichts der Spannungen versetzte die serbische Regierung die Armee in erhöhte Alarmbereitschaft. Zuvor hatte Armeechef Milan Mojsilovic erklĂ€rt, er sei angesichts der „komplizierten Lage“ von PrĂ€sident Aleksandar Vucic an die Grenze zum Kosovo entsandt worden.

Das Kosovo mit seiner mehrheitlich albanischen Bevölkerung hatte im Jahr 2008 seine UnabhĂ€ngigkeit von Serbien erklĂ€rt, wird aber von Belgrad bis heute als abtrĂŒnniges Gebiet betrachtet. Trotz VermittlungsbemĂŒhungen der EU liegen die NachbarlĂ€nder seit Jahren im Streit. Belgrad bestĂ€rkt die serbische Minderheit im Norden des Kosovo bei ihren Versuchen, sich der AutoritĂ€t Pristinas zu widersetzen.

(text:sda/bild:unsplash)