20 Juni 2021

Schweiz nach 3:1 gegen die T├╝rkei auf Achtelfinal-Kurs

Die Schweiz muss die Hoffnung auf die EM-Achtelfinals noch nicht aufgeben. Sie gewinnt in Baku das letzte Gruppenspiel gegen die T├╝rkei 3:1 und hat gute Chancen, als einer der besten Dritten in die K.o.-Phase vorzustossen.

Am Ende fehlten der Schweiz zwei Tore, um Wales noch vom 2. Platz zu verdr├Ąngen. Die Waliser verloren gegen Italien 0:1 und sind mit der Schweiz punktgleich, sicherten sich aber die definitive Achtelfinal-Qualifikation dank der besseren Tordifferenz. Die Schweizer m├╝ssen nun die Ergebnisse der anderen Gruppen abwarten. Die Hoffnungen sind aber gross: Noch nie verpasste bei diesem Modus ein Gruppendritter mit vier Punkten die K.o.-Phase.

Vier Tage nach dem 0:3-Debakel gegen Italien zeigte die SFV-Auswahl eine starke Reaktion. Bei keinem fiel sie offensichtlicher aus als bei Doppeltorsch├╝tze Xherdan Shaqiri. Der in den letzten Tagen kontrovers diskutierte Offensivspieler zeigte zum richtigen Zeitpunkt sein bestes L├Ąnderspiel seit Jahren und schoss die Tore zum 2:0 (26.) und 3:1 (68.). Zwei Treffer waren Shaqiri f├╝r das Nationalteam letztmals im November 2014 gelungen.

Das fr├╝he Schweizer F├╝hrungstor hatte Haris Seferovic schon in der 6. Minute erzielt. Der St├╝rmer, wie Shaqiri nach zwei schwachen Auftritten heftig kritisiert, traf aus 18 Metern mit einem pr├Ązisen Flachschuss. F├╝r ihn war es nach zw├Âlf erfolglosen Spielen der erste Treffer an einer Endrunde seit der WM 2014.

Nationalcoach Vladimir Petkovic hat damit dem Offensiv-Duo Shaqiri und Seferovic zu recht das Vertrauen nochmals geschenkt. Ebenfalls richtig lag er mit der Nomination von Steven Zuber. Der Fl├╝gel stand erstmals an dieser EM in der Startformation und liess sich bei allen drei Toren den Assist gutschreiben.

Letztlich h├Ątte der Sieg auch h├Âher ausfallen k├Ânnen. Ein nicht unwichtiges Detail. H├Ątten die Schweizer mit vier Toren Differenz gewonnen, w├Ąre ihnen nun die Qualifikation f├╝r die Achtelfinals auch als Gruppendritter nicht mehr zu nehmen. Doch gerade in der ersten Viertelstunde nach der Pause gingen die Schweizer etwas gar fahrl├Ąssig um mit ihren vielen Chancen. Das r├Ąchte sich insofern, weil die T├╝rken in der 62. Minute durch Irfan Kahveci zum Anschlusstor kamen. Das Zittern um den Sieg dauerte allerdings nur wenige Minuten – bis zum zweiten Tor von Shaqiri.

Da Wales im Parallelspiel gegen Italien nur mit 0:1 verlor, klassierte sich SFV-Auswahl aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter dem EM-Halbfinalisten von 2016. Die Schweiz hat aber gute Chancen, sich als einer der besten vier Gruppendritten f├╝r die Achtelfinals zu qualifizieren.

Die Schweizer rehabilitierten sich f├╝r den schwachen Auftritt beim 0:3 am Mittwoch gegen Italien. Matchwinner f├╝r die im Vorfeld der Partie arg kritisierte Mannschaft von Vladimir Petkovic waren Xherdan Shaqiri, der das 2:0 und das 3:1 schoss, und Steven Zuber. Der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt war auf der linken Seite neu ins Team gekommen und bereitete alle drei Treffer vor. Das so wichtige 1:0 hatte Haris Seferovic bereits in der 6. Minute erzielt.

Eckdaten:

Schweiz – T├╝rkei 3:1 (2:0)

Olympiastadion, Baku. – 17’138 Zuschauer. – SR Vincic (SLO). – Tore: 6. Seferovic (Zuber) 1:0. 26. Shaqiri (Zuber) 2:0. 62. Kahveci (Calhanoglu) 2:1. 68. Shaqiri (Zuber) 3:1.

Schweiz: Sommer; Elvedi, Akanji, Rodriguez; Widmer (92. Mbabu), Freuler, Xhaka, Zuber (85. Benito); Shaqiri (75. Vargas); Embolo (85. Mehmedi), Seferovic (75. Gavranovic).

T├╝rkei: Cakir; Celik, Demiral, S├Ây├╝nc├╝, M├╝ld├╝r; Ayhan (64. Yokuslu); ├ťnder (80. Karaman), Tufan (64. Yazici), Kahveci (64. K├Âkc├╝), Calhanoglu (86. Tok├Âz); Yilmaz.

Bemerkungen: 77. Pfostenschuss Xhaka. Verwarnungen: 70. Calhanoglu (Foul). 75. Celik (Foul). 76. S├Ây├╝nc├╝ (Foul). 78. Xhaka (Reklamieren).

(text:sda/bild:unsplash)