20 April 2021

Russland baut an eigener Raumstation

Russland hat nach eigenen Angaben mit dem Bau einer eigenen Raumstation begonnen. Am ersten Basissegment werde bereits gebaut, schrieb der Chef der russischen Raumfahrtbeh├Ârde Roskosmos, Dmitri Rogosin, am Dienstag in seinem Nachrichtenkanal auf Telegram. Der Raketenbauer Energija wurde demnach damit beauftragt, einen Start bereits in vier Jahren sicherzustellen. Russland verfolgt seit langem solche Pl├Ąne, die Entscheidung dazu sei erst k├╝rzlich gefallen, berichteten Medien.

Mit einer eigenen russischen Station im Orbit k├Ânnte das Ende der Internationalen Raumstation ISS schneller kommen als gedacht. Bis 2024 l├Ąuft der Vertrag verschiedener internationaler Partner f├╝r eine Zusammenarbeit. Moskau hatte zuletzt eine Verl├Ąngerung sogar bis 2030 in Aussicht gestellt. Am Sonntag hatte Vize-Regierungschef Juri Borissow einen Ausstieg Russlands schon ab 2025 angedeutet.

Er verwies dabei auf den technischen Zustand des mehr als 20 Jahre alten Aussenpostens der Menschheit in 400 Kilometern ├╝ber der Erde. „Wir k├Ânnen Leben nicht in Gefahr bringen“, hatte Borissow im Staatsfernsehen gesagt. Im vergangenen Jahr gab es mehrere Lecks in ISS, die Raumfahrer geflickt haben.

Roskosmos hatte zuletzt mitgeteilt, dass nach 2024 auf Grundlage des Zustands eine Entscheidung zur Zukunft getroffen werden sollte. Kremlchef Wladimir Putin hatte gefordert, sein Land m├╝sse den Status als eine der f├╝hrenden Atom- und Raumfahrtm├Ąchte behalten und st├Ąrken. Die Agentur Interfax meldete, die neue Station k├Ânnte die Nation Russland bis zu sechs Milliarden US-Dollar kosten.

(text:sda/bild:unspalsh)