8 Mai 2021

Rund 1500 Personen demonstrieren in Aarau gegen Corona-Massnahmen

Hunderte Personen haben am Samstagnachmittag in Aarau an einer unbewilligten Demonstration gegen die Massnahmen der Beh├Ârden im Kampf gegen die Corona-Pandemie teilgenommen. Sie marschierten durch die Altstadt und skandierten „Libert├ę“, viele schwenkten Kuhglocken.

Laut der Kantonspolizei Aargau waren rund 1500 Demonstrierende unterwegs. Die Demonstration blieb gr├Âsstenteils friedlich. An verschiedenen Orten sei es jedoch zu Konfrontationen zwischen einzelnen Teilnehmenden der Kundgebung und der Polizei gekommen, teilte die Kantonspolizei am Samstagabend mit.

Ein Polizist sei von einem Teilnehmer mit einem Kopfstoss attackiert worden. Der mutmassliche T├Ąter, ein 56-j├Ąhriger Mann, sei vorl├Ąufig festgenommen worden. Sechs weitere Personen seien verzeigt worden.

Praktisch keiner der Demonstrierenden trug eine Maske, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort berichtete. Die Polizei w├Ąhlte laut eigenen Angaben ein Vorgehen, das der Entwicklung der Lage angepasst und verh├Ąltnism├Ąssig war. Die Polizisten h├Ątten die Teilnehmer eng begleitet und diese immer wieder zu Richtungswechseln gezwungen, um die Einschr├Ąnkungen f├╝r die Bev├Âlkerung zu minimieren.

Bereits am Morgen f├╝hrte die Polizei an den Zufahrtsachsen nach Aarau Kontrollen durch. Damit h├Ątten etliche Demonstrationswillige von einer Teilnahme abgehalten werden k├Ânnen. Dabei seien ├╝ber 180 Wegweisungen ausgesprochen worden.

Der Aargauer Regierungsrat kritisierte die Teilnehmenden nach der Demonstration in einer Medienmitteilung. Die Regierung bedauere, dass Gruppierungen mit ihrer Teilnahme an der illegalen Kundgebung sich unsolidarisch verhalten und die Schutzmassnahmen bewusst ignoriert h├Ątten, wurde Innendirektor Dieter Egli (SP) zitiert. „Mit diesem Verhalten haben sie die eigene Gesundheit und vor allem jene der Mitmenschen gef├Ąhrdet.“

Egli lobte auch den Einsatz der Polizei. Diese habe ein der Lageentwicklung und der Risikobeurteilung angemessenes Vorgehen gew├Ąhlt, um eine gef├Ąhrliche, gewaltsame Eskalation zu verhindern.

Gesuche f├╝r Demonstrationen am Samstag in Aarau und Wettingen hatte das „Aktionsb├╝ndnis Aargau-Z├╝rich f├╝r eine vern├╝nftige Corona-Politik“ eingereicht. F├╝r Wettingen hatte der Aargauer Regierungsrat Ende April das Gesuch abgelehnt, wie zuvor der Gemeinderat des Aargauer Ortes. In Aarau verbot der Stadtrat eine Kundgebung.

Anders als in Aarau waren in Wettingen keine Demonstranten unterwegs, wie ein Augenschein vor Ort zeigte.

Die Polizei hatte die Bev├Âlkerung im Vorfeld ├╝ber den Kurznachrichtendienst Twitter mehrmals eindringlich dazu aufgerufen, Aarau und Wettingen zu meiden. Wer an einer unbewilligten Demonstration teilnehme, mache sich strafbar, schrieb die Polizei. Und wer keine Maske trage, gef├Ąhrde nicht nur sich selbst, sondern auch Dritte.

Das Aktionsb├╝ndnis teilte diese Woche mit, es verzichte aufgrund der fehlenden Bewilligung auf die Durchf├╝hrung einer Kundgebung in Aarau oder Wettingen. Man distanziere sich von der Organisation einer nicht bewilligten Demonstration. Gleichzeitig schrieb das Aktionsb├╝ndnis aber, man habe keinen Einfluss auf die Reaktion von m├╝ndigen B├╝rgerinnen und B├╝rgern auf das Verbot einer direktdemokratischen politischen Veranstaltung.

(text:sda/bild:sda)