5 Dezember 2021

Rund 140 Tote bei Terrorangriffen in Mali und Niger

Bei Angriffen mutmasslich islamistischer Rebellen sind in Mali und Niger etwa 140 Menschen umgekommen. Ein Angriff auf ein Lager der Bundeswehr ging glimpflich aus.

Alleine 79 Angreifer und 29 Soldaten wurden getötet, als Rebellen eine internationale Armeebasis im westafrikanischen Krisenstaat Niger zu stĂŒrmen versuchten. Die Bewaffneten seien am Samstag mit “Hunderten” MotorrĂ€dern auf den StĂŒtzpunkt in der Region TillabĂ©ri zugefahren, teilte ein Armeesprecher am Sonntag mit. Es handelte sich um eine Basis der G5-Sahel, in der Mauretanien, der Niger, Tschad, Mali und Burkina Faso gemeinsam gegen AufstĂ€ndische in der Sahelregion kĂ€mpfen.

Zuvor waren bei einer Terrorattacke auf einen mit Dutzenden Menschen besetzten Lastwagen in Mali mindestens 31 Menschen getötet worden. Mindestens 17 weitere Menschen wurden bei dem Angriff bewaffneter MĂ€nner am Freitag nahe der Ortschaft Songo verletzt, wie die malische Übergangsregierung am Samstag mitteilte. Die Opfer waren unterwegs zu einem Markt in der Stadt Bandiagara im Zentrum des westafrikanischen Krisenstaats, der seit 2012 drei MilitĂ€rputsche durchlitten hat.

Zu den beiden Angriffen bekannte sich zunÀchst niemand. Im Tschad, im Niger und in anderen Sahel-LÀndern sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben dem Terrornetzwerk Al-Kaida oder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ihre Treue geschworen. Auch andere islamistische oder ethnisch organisierte Milizen sind aktiv.

Im Norden Malis wurde am Sonntag das Camp Castor der Bundeswehr am Flughafen von Gao angegriffen. Die Soldaten gehören zum UN-Stabilisierungseinsatz Minusma. Der Angriff sei “mit Steilfeuer” erfolgt, teilte die Bundeswehr auf Twitter mit. “Treffer innerhalb des Camps wurden nicht festgestellt. Es entstand weder Sach- noch Personenschaden.”

In Mali hat Deutschland noch rund 1300 Soldaten stationiert. Dazu gehören neben dem Minusma-Kontingent auch mehr als 300 Soldaten der europÀischen Ausbildungstruppe EUTM Mali.

Mali und Niger sind ehemalige französische Kolonien. In Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hatte im Mai das MilitĂ€r die Übergangsregierung entmachtet, die eigentlich bis zur PrĂ€sidentenwahl 2022 im Amt sein sollte. Der PutschistenfĂŒhrer Assimi GoĂŻta liess sich zum neuen ÜbergangsprĂ€sidenten ausrufen. In dem Land sind wegen einer DĂŒrre zurzeit mehr als eine Million Menschen von Hunger bedroht. Wie in Mali hat auch in Niger die Regierung kaum Kontrolle ĂŒber die wĂŒstenartigen Weiten ausserhalb der StĂ€dte. Das Land mit 23 Millionen Einwohnern steht beim Index fĂŒr Menschliche Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) auf dem letzten Platz von 189 LĂ€ndern.

(text:sda/bild:unsplah)