19 Dezember 2021

R├╝cksicht auf Wildtiere nehmen, Winterruhezonen beachten

Wichtige Winterlebensr├Ąume von Wildtieren sind seit Mittwoch, 15. Dezember, mit einem Betretungsverbot belegt. Die h├Ąufig genutzten Winterwanderwege, Ski- und Schneetourenrouten bleiben jedoch begehbar. Auch ausserhalb der Winterruhezonen ist r├╝cksichtsvolles Verhalten gegen├╝ber Wildtieren gefordert.

Der Winter stellt f├╝r wildlebende Tiere eine grosse Herausforderung dar. Mit r├╝cksichtsvollem Freizeitverhalten sowie der Einhaltung von vier einfachen Regeln kann massgeblich dazu beigetragen werden, dass Wildtiere die kalte Jahreszeit schadlos ├╝berstehen.

Die im deutschsprachigen Raum bekannte Informationskampagne „Respektiere deine Grenzen“ hat vier passende Verhaltensregeln f├╝r Schneesport mit R├╝cksicht formuliert:

Winterruhezonen beachten: Sie bieten Wildtieren R├╝ckzugsr├Ąume.

Auf Wegen und bezeichneten Routen bleiben: Auf regelm├Ąssig begangenen Routen k├Ânnen sich Wildtiere an Menschen gew├Âhnen.

Waldr├Ąnder, Windschutzstreifen und schneefreie Fl├Ąchen meiden: Hier halten sich Wildtiere gerne auf.

Hunde an der Leine f├╝hren: Wildtiere fl├╝chten vor frei laufenden Hunden.

Tiere, die keinen Winterschlaf halten, m├╝ssen in den Wintermonaten mit kalten Temperaturen, Schneemassen sowie wenig und dabei n├Ąhrstoffarmer Nahrung auskommen. Das heisst, dass sie so viel Energie wie m├Âglich sparen m├╝ssen, um den Winter zu ├╝berstehen. Daf├╝r gibt es verschiedene Strategien: Die wichtigste davon ist die Ruhe. Um m├Âglichst wenige lebensnotwendige Reserven zu verbrauchen, senken sich Herzschlag und K├Ârpertemperatur und verharren ├╝ber l├Ąngere Zeiten an gesch├╝tzten Pl├Ątzen, gut isoliert mit dichtem Winterfell oder Befiederung.

Schreckt das Tier durch einen Sportler oder einen Hund auf, wird der Herzschlag beschleunigt. Der Energieverlust zehrt an den Fettreserven. Muss das Tier ├╝ber den Winter verteilt oft fl├╝chten, kann das Wildtier anf├Ąlliger f├╝r Krankheiten werden, stellt sich geringerer Fortpflanzungserfolg ein oder es kann durch Tod an Ersch├Âpfung sterben.

Manche Wildtiere k├Ânnen sich an St├Ârungen gew├Âhnen, zum Beispiel entlang einer markierten, viel begangenen Route. Das ist bei gleichartigen, konstanten und relativ h├Ąufigen St├Ârungen der Fall. Sie sind f├╝r Tiere eher voraussehbar und diese reagieren bei Gew├Âhnung weniger mit Flucht und Stress.

Das Gegenteil davon ist die sogenannte Sensitivierung. Sie tritt ein, wenn Tiere wiederholt unvorhersehbar gestresst werden. Dabei l├Âsen besonders Freizeitsportler, die sich schnell bewegen, st├Ąrkere Reaktionen aus. Die Tiere fl├╝chten auf immer gr├Âssere Distanzen oder geben bestimmte Areale ganz auf. Kritisch sind vor allem un├╝bliche, nicht vorhersehbare Routen, ├ťberraschungseffekte, die Ann├Ąherung von oben, Situationen mit Hunden oder L├Ąrm. Meiden sollte man im Talgebiet jeweils Areale mit B├╝schen, Windschutzgeh├Âlzen oder Wald, im Berggebiet zudem apere Stellen, die f├╝r die Nahrungsaufnahme wichtig sind.

Karten und weitere Informationen

Wer beabsichtigt, sich abseits der offiziellen Winterrouten in unber├╝hrte Gebiete zu begeben, muss in jedem Fall die Beschilderungen vor Ort ber├╝cksichtigen. Am besten plant man solche Touren durch vorg├Ąngiges Studium der Route im Internet. Dies geh├Ârt neben dem Studium der Wetter- und Lawinenvorhersage zur Vorbereitung jeder Ski- oder Schneeschuhtour. Unterwegs soll man Wildtieren nach M├Âglichkeiten ausweichen und die eigene Aktivit├Ątszeit so w├Ąhlen, dass Tiere nicht in der D├Ąmmerungszeit gest├Ârt werden. Es empfiehlt sich bei Touren f├╝r Abfahrten oder Abstiegen zudem das „Trichterprinzip“, das seinen Namen vom trichterf├Ârmig enger werdenden Bewegungsspielraum hat, der mit abnehmender H├Âhe bei der Abfahrt bzw. beim Abstieg genutzt wird, ohne Wildtiere zu st├Âren.

Eine Karte mit den Schweizer Winterruhezonen gibt es hier.

(text:sda/bild:unsplash)