11 Oktober 2023

Restliche Tr├╝mmerteile von Tauchboot „Titan“ geborgen

Rund dreieinhalb Monate nach dem Ungl├╝ck des Tauchboots „Titan“ und dem Tod der f├╝nf Insassen in den Tiefen des Nordatlantiks haben Experten die restlichen Tr├╝mmerteile geborgen – und damit vermutlich auch menschliche ├ťberreste. Das teilte die US-K├╝stenwache am Dienstag (Ortszeit) mit. Die geborgenen Beweise seien bereits vergangene Woche zur Katalogisierung und Analyse in einen US-Hafen gebracht worden. Weitere mutmassliche menschliche ├ťberreste seien sorgf├Ąltig aus den Tr├╝mmern der „Titan“ geborgen worden. Sie sollen nun von US-Medizinern analysiert werden.

Das Tauchboot war am 18. Juni verschollen, nachdem es zu einer Erkundungstour des „Titanic“-Wracks aufgebrochen war. Die US-K├╝stenwache hatte mit Hilfe vor allem kanadischer Kr├Ąfte rund 700 Kilometer s├╝dlich von Neufundland eine grossangelegte Suche gestartet, die Menschen weltweit verfolgten. Tage nach dem Verschwinden entdeckte ein Tauchroboter dann knapp 500 Meter vom Bug des „Titanic“-Wracks entfernt die Tr├╝mmer.

Alles deutet darauf hin, dass der Rumpf des Boots dem enormen Wasserdruck nachgab und implodierte. Die „Titanic“ liegt in rund 3800 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Der Luxusdampfer war im Jahr 1912 untergegangen, mehr als 1500 Menschen starben damals.

An Bord der „Titan“ waren der Franzose Paul-Henri Nargeolet (77), der britische Abenteurer Hamish Harding (58), der britisch-pakistanische Unternehmensberater Shahzada Dawood (48) und dessen 19-j├Ąhriger Sohn Suleman. Der Chef der Betreiberfirma Oceangate, Stockton Rush (61), steuerte das Boot.

Nach Einsch├Ątzung verschiedener Experten hatten die Entwickler und Betreiber des Tauchboots anerkannte Standards umgangen und Warnungen missachtet. Medienberichten zufolge warnte schon 2018 ein Brief der Organisation Marine Technology Society (MTS) vor dem experimentellen Charakter des touristischen Angebots, und dass die Fahrten in einer Katastrophe enden k├Ânnten. Die Tr├╝mmerteile k├Ânnten den Ermittlern wichtige Informationen geben, etwa wo die Schwachstelle des Rumpfs der „Titan“ gewesen sein k├Ânnte.

(text:sda/bild:unsplash)