14 Juni 2022

Rentenreform ist Frauenorganisationen ein Dorn im Auge

Fehlende Gleichstellung und eine Rentenreform auf dem Buckel der Frauen – das ist Frauenorganisationen ein Dorn im Auge. Am feministischen Streiktag vom Dienstag haben deshalb Frauenorganisationen zu Kundgebungen in vielen Schweizer StĂ€dten aufgerufen.

Leider habe sich seit dem grossen Frauenstreik 2019 bezĂŒglich Lohn und Respekt die Situation fĂŒr Frauen kaum verbessert, schrieben die Organisierenden des Frauen Streiktags im Vorfeld. Es sei sogar noch schlimmer gekommen, denn mit der Rentenreform AHV 21 habe das Parlament eine Abbauvorlage auf Kosten der Frauen beschlossen, und dies, obwohl die Frauen immer noch rund ein Drittel weniger Rente erhielten als MĂ€nner.

Am 25. September stimme das Schweizer Volk ĂŒber diese „skandalöse Vorlage“ ab, schrieb die Gewerkschaft Unia. Auf dem Bundesplatz in Bern werde man deshalb Parlamentarierinnen und Parlamentarier zur Rede stellen. FĂŒr den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) kommt die Gleichstellung nicht vom Fleck, wie es in einer Mitteilung hiess.

Nötig seien Frauenrenten, die zum Leben reichten, echte Gleichstellung bei Löhnen und unbezahlter Arbeit und der Verzicht auf die Erhöhung des Rentenalters fĂŒr Frauen, fordern die Organisatorinnen und Organisatoren des feministischen Streiktags. Es handle sich bei der Rentenreform um einen AHV-Abbau unter dem Deckmantel der Gleichstellung, hiess es weiter.

Auch sexuelle Gewalt sei ein grosses Problem in der Gesellschaft. JĂ€hrlich wĂŒrden 20’000 FĂ€lle von hĂ€uslicher Gewalt erfasst. Wie viele Menschen Gewalt wegen ihrer GeschlechteridentitĂ€t oder sexuellen Orientierung erlitten, stehe noch nicht einmal in der Statistik, teilte das feministisches Streikkollektiv Bern mit. Jede zweite Woche komme es zu einem Femizid.

Ebenfalls ein Thema ist zum Beispiel in Chur GR der Krieg in der Ukraine. Unter patriarchalen Kriegen litten alle – Frauen. MĂ€nner und Kinder, schrieb das Frauenstreikkollektiv GraubĂŒnden in einer Mitteilung.

Verschiedene Komitees, Parteien, VerbĂ€nde und Gewerkschaften organisieren schweizweit Aktionen, um gegen die Ungleichbehandlung zur protestieren. Die zentrale Kundgebung des feministischen Streiktages findet am Abend auf dem Bundesplatz in Bern statt. Weitere Kundgebungen gibt es etwa in ZĂŒrich, Basel, St. Gallen, Chur und in StĂ€dten der Westschweiz.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)