2 Oktober 2022

Die Nachrichtenlage um 23 Uhr

Die Schlagzeilen:

POLITIK

BULGARIEN: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Bulgarien ist die prowestliche bürgerliche Oppositionspartei GERB ersten Prognosen zufolge mit rund 25 Prozent der Stimmen stärkste Partei geworden. Die drei Parteien der zuletzt regierenden Koalition verloren ihre Mehrheit. Damit blieb am Sonntag zunächst unklar, welche Parteien gemeinsam eine neue Regierung bilden könnten. Vor der Wahl waren mögliche Bündnisse ausgeschlossen worden und mehrere Parteien warfen sich gegenseitig vor, korrupt zu sein. Es war bereits die vierte Parlamentswahl seit rund eineinhalb Jahren im ärmsten EU-Land.

Den Prognosen mehrerer Meinungsforschungsinstitute zufolge lag die bürgerliche Oppositionspartei GERB des langjährigen Ministerpräsidenten Boiko Borissow in Führung. Er war im April 2021 nach Korruptionsvorwürfen abgewählt worden. Auf Platz zwei landete demnach mit knapp 20 Prozent die zuletzt regierende liberale PP („Wir führen den Wandel fort“) von Ex-Regierungschef Kiril Petkow. (Sofia, 20:51)

IRAN: In der iranischen Hauptstadt Teheran sind Sicherheitskräfte örtlichen Medienberichten zufolge mit Gewalt gegen Studierende vorgegangen. Nach Protesten seien auch mehrere Professoren der renommierten Scharif-Universität verprügelt worden, berichtete die iranische Zeitung „Emtedad“ am Sonntag auf Telegram. Polizisten und Sicherheitskräfte riegelten den Campus ab. Es sollen auch Schüsse gefallen sein. Seit Beginn der landesweiten Proteste im Iran haben an zahlreichen Universitäten Studierende gegen die Führung der islamischen Republik und ihren repressiven Kurs demonstriert. Die Behörden haben daraufhin in vielen Städten Vorlesungen abgesagt.

Auslöser der Demonstrationen ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini vor gut zwei Wochen. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ festgenommen. Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben; die Polizei weist das zurück. Seit dem Tod der jungen Frau demonstrieren landesweit Tausende Menschen gegen den repressiven Kurs von Regierung und Sicherheitskräften sowie gegen das islamische System. (Teheran, 19:54)

BULGARIEN: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Bulgarien ist die prowestliche bürgerliche Oppositionspartei GERB ersten Prognosen zufolge stärkste Partei geworden. Die im April 2021 nach Korruptionsvorwürfen der damaligen Opposition abgewählte GERB soll auf 24,6 Prozent der Stimmen kommen, wie Wählerbefragungen des Meinungsforschungsinstituts Gallup International Balkan nach der Stimmabgabe ergaben. Auf Platz zwei landet demnach mit 18,9 Prozent die zuletzt regierende liberale PP („Wir führen den Wandel fort“) von Ex-Regierungschef Kiril Petkow.

Die drei Parteien der zuletzt regierenden Koalition aus PP, Sozialisten und dem konservativ-liberal-grünen Bündnis DB kämen den Angaben zufolge zusammen auf gut 37,2 Prozent. Ins Parlament könnten bis zu acht Parteien einziehen. Unter ihnen ist demnach auch wieder die prorussische und nationalistische Wasraschdane (Wiedergeburt). Die Wahlbeteiligung lag Gallup International Balkan zufolge kurz vor Schliessung der Wahllokale bei nur gut 35 Prozent. (Sofia, 19:32)

GEORGIEN: Russland hat an der Grenze zum Nachbarland Georgien eigenen Angaben zufolge bereits mehr als 180 wehrpflichtige Männer bei der versuchten Flucht vor dem Einzug ins Militär gestoppt. Ihnen sei direkt am Grenzübergang Werchni Lars ein Einberufungsbescheid übergeben worden, meldete die Agentur Interfax am Sonntag unter Berufung auf das Militärkommissariat der an die Ex-Sowjetrepublik Georgien grenzenden russischen Region Nordossetien.

Die von Kremlchef Wladimir Putin vor rund zehn Tagen angeordnete Teilmobilmachung hat in Russland eine regelrechte Massenflucht ausgelöst. Zehntausende Männer flüchteten nicht nur nach Georgien im Südkaukasus, sondern beispielsweise auch in die zentralasiatischen Ex-Sowjetstaaten Kasachstan und Kirgistan. (Moskau, 18:28)

WIRTSCHAFT

AUTOMOBILINDUSTRIE: Tesla hat im vergangenen Quartal den nächsten Rekordwert bei den Auslieferungen erreicht – aber zugleich noch höhere Erwartungen von Analysten verfehlt. Die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk brachte von Juli bis September 343’830 Elektroautos zu den Käufern.

Der bisherige Rekordwert lag bei gut 310’000 im ersten Vierteljahr dieses Jahres.

Tesla baut gerade seine Produktion aus, unter anderem werden in den beiden neuen Werken in Grünheide bei Berlin und in Texas die Kapazitäten hochgefahren. Die Produktion erreichte damit im vergangenen Quartal knapp 365’923 Elektroautos – grösstenteils von den Volumenmodellen 3 und Y. (Austin, 19:02)

VERMISCHTES

175 JAHRE EISENBAHN: Über 15’000 Personen haben in der Westschweiz den Tag der offenen Tür des öffentlichen Verkehrs besucht. Als Höhepunkt des Wochenendes wurde ein ICN-Zug der SBB zu Ehren der Pionierfamilie auf den Namen „Auguste und Jacques Piccard“ getauft.

Das teilten die Schweizerischen Bundesbahnen SBB am Sonntag mit. Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Eisenbahn öffneten 14 Unternehmen und Verbände am Wochenende ihre Türen für die Öffentlichkeit. Die zahlreichen Attraktionen von La Chaux-de-Fonds bis Martigny richteten sich an Neugierige und Eisenbahn- und ÖV-Fans. (Bern, 19:27)

UNGLÜCK: In Grengiols VS ist am Freitagabend ein totes Pferd entdeckt worden. Der Wallach wies eine Schussverletzung auf. Gemäss ersten Erkenntnissen wurde das Tier wohl irrtümlich abgeschossen.

Das Tier wurde von Drittpersonen gefunden, wie die Kantonspolizei Wallis am Sonntag mitteilte. Diese hätten ihre Entdeckung der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere gemeldet. Die Staatsanwaltschaft habe in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände dieses Vorfalls zu ermitteln. (Grengiols VS, 17:09)

KULTUR

ZURICH FILM FESTIVAL: Das Zurich Film Festival (ZFF) bleibt das grösste Filmfestival der Schweiz: An der 18. Auflage wurden 137’000 Eintritte gezählt. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vor-Coronajahr 2019.

Zum starken Wachstum beigetragen hat der Kongresssaal mit 1200 Plätzen, der erstmals während allen elf Festivaltagen bespielt wurde, wie es in einer Mitteilung des ZFF vom Sonntag heisst. Zudem wurden 38 Welt- und Europapremieren gezeigt – so viele wie noch nie. (Zürich, 17:08)

SPORT

FORMEL 1: Sergio Perez im Red Bull gewinnt vor Charles Leclerc und Carlos Sainz in den Ferrari den GP von Singapur. Max Verstappen kann als Siebenter seine erste Chance zum vorzeitigen Titelgewinn nicht nutzen.

Den Grundstein zu seinem zweiten Saisonsieg nach jenem in Monaco und dem vierten insgesamt in der Formel 1 legte Sergio Perez gleich am Start. Nachdem der Beginn des Rennens wegen starken Regens um über eine Stunde hatte hinausgezögert werden müssen, schob sich der Mexikaner auf der noch leicht nassen Strecke noch vor der ersten Kurve an Leclerc vorbei. Nach einer Reihe von Safety-Car-Phasen konnte der aus der Pole-Position gestartete Monegasse zwar wieder an Perez heranrücken, doch zwischenzeitlicher Probleme mit dem Motor konnte sich der Mexikaner bis zum Schluss an der Spitze behaupten. (Automobil, 20:02)

SUPER LEAGUE: Der in Sitten siegreiche FC Winterthur sowie die Young Boys dank eines Last-Minute-Treffers in Luzern gehen als Gewinner aus der 9. Runde der Super League hervor.

Die Young Boys gewannen in Luzern dank eines Kopfball-Treffers von Jean-Pierre Nsame in der fünften Minute der Nachspielzeit 2:1 und liegen neu drei Punkte vor dem ersten Verfolger Servette, der in Lugano 0:1 verlor.

Aufsteiger Winterthur errang im Wallis bei Mario Balotellis Startelf- und Tor-Premiere für Sion mit einem 3:1 im neunten Anlauf seinen ersten Sieg und ist nicht mehr Letzter. Neues Schlusslicht ist Meister Zürich, der im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Franco Foda zwar gute Ansätze zeigte, den ersten Saisonsieg in der Super League jedoch abermals verpasste. (Fussball, 18:43)

ATP SOFIA: Erster ATP-Final, erster Titel: Der Schweizer Marc-Andrea Hüsler gewinnt beim Hallenturnier in Sofia im Endspiel 6:4, 7:6 (10:8) gegen den als Nummer 5 gesetzten Dänen Holger Rune.

Es ist der erste Schweizer Erfolg bei einem ATP-Turnier seit Roger Federers letztem Sieg an den Swiss Indoors im Oktober 2019.

Hüsler (ATP 95) konnte sich auch im Final auf seinen starken Aufschlag verlassen. Das einzige Break der Partie gelang dem 1,96 m grossen Linkshänder gleich im ersten Game. Am Ende des zweiten Durchgangs zeigte der 26-jährige Zürcher dann wie im gesamten Turnier Nerven aus Stahl. Beim Stand von 5:6 und danach im Tiebreak wehrte er insgesamt vier Satzbälle Runes (ATP 31) ab, ehe er nach knapp eindreiviertel Stunden seinen zweiten Matchball passend mit einem Aufschlagwinner verwertete. (Tennis, 17:40)

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