5 März 2021

Die Nachrichtenlage um 22 Uhr

Die Schlagzeilen:

WIRTSCHAFT

HANDEL: Als Symbol für einen Neustart in den transatlantischen Beziehungen verzichten die EU und die USA vorerst auf die Erhebung von Strafzöllen. Kann ein jahrelanger Handelsstreit endlich gelöst werden?

Die EU und die USA haben sich auf die vorläufige Aussetzung von gegeneinander verhängten Strafzöllen geeinigt. Die wegen des Streits um Flugzeugbau-Subventionen eingeführten Sonderabgaben sollten als Symbol für einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen den USA und der EU zunächst für einen Zeitraum von vier Monaten nicht angewendet werden, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitagabend nach einem Telefonat mit US-Präsident Joe Biden mit. (Brüssel, 18:50)

AIRLINES: Die Regierung Italiens will in der kommenden Woche Verhandlungen mit der EU-Kommission ĂĽber die Neuaufstellung der seit Jahren strauchelnden staatlichen Fluggesellschaft Alitalia aufnehmen.

Ein erstes Video-Treffen der neuen Regierung in Rom mit EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sei positiv und konstruktiv verlaufen, erklärten die beteiligten Ministerien am Freitag. Es müsse einen klaren wirtschaftlichen Schnitt zwischen der bisherigen Alitalia und der künftigen Gesellschaft ITA (Italia Trasporto Aereo) geben. (Rom/Mailand, 15:47)

POLITIK

DEUTSCHLAND: Kinder und Jugendliche in Deutschland sollen bei der Internetnutzung besser vor Gefahren geschĂĽtzt werden. Der Bundestag beschloss am Freitag mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition den novellierten Gesetzentwurf zur Reform des Jugendschutzes.

Anbieter von Film- und Spiele-Plattformen beispielsweise müssen dafür Sorge tragen, dass es eine einheitliche Alterskennzeichnung zu den Online-Inhalten gibt und dass altersgerechte Voreinstellungen möglich sind.

Mit dem Gesetz will der Bund verhindern, dass Kinder und Jugendliche gemobbt, belästigt oder durch Kostenfallen abgezockt werden. Dazu soll es Schutzmechanismen bei Nutzerprofilen auf Plattformen und Social-Media-Diensten geben. Kinder sollen sich durch einfache Meldemöglichkeiten auch Hilfe holen können, wenn sie sich bedroht fühlen. (Berlin, 18:57)

ENGLAND: Reisende, die England ohne triftigen Grund verlassen wollen, riskieren hohe Geldstrafen. Passagiere mĂĽssen ab kommenden Montag in einem Formular den Grund ihrer Ausreise angeben und dieses mit sich fĂĽhren, wie das britische Verkehrsministerium am Freitag mitteilte.

Die akzeptieren GrĂĽnde fĂĽr Auslandsreisen sind unter den aktuellen Corona-Beschränkungen nur wenige – dazu gehören Arbeit, Bildung oder Beerdigungen.

Die Beschränkungen gelten für Briten und Ausländer, die sich derzeit in England aufhalten. Fluglinien sollen die Formulare kontrollieren. Passagieren könne gegebenenfalls die Beförderung verweigert werden, hiess es. Auch die Polizei kontrolliere stichprobenartig an Häfen und Flughäfen. Die Geldstrafen wegen des Bruchs der Lockdown-Regeln reichen von 200 bis zu 6400 Pfund (8222 Franken). (London, 18:37)

USA: Die Impfbereitschaft in der Coronavirus-Pandemie hat in den USA nach einer Umfrage seit dem vergangenen September deutlich zugenommen, wie das Institut Pew am Freitag in Washington mitteilte.

Insgesamt sagten 69 Prozent, sie hätten entweder schon eine Impfung gegen eine Covid-19-Erkrankung erhalten oder würden sich wahrscheinlich oder definitiv impfen lassen, so das Institut weiter. Im November lag die Zahl derjenigen, die sich definitiv oder wahrscheinlich impfen lassen wollten, bei 60 Prozent, zwei Monate zuvor bei 51 Prozent. Im Mai vergangenen Jahres hatten allerdings noch 72 Prozent ihre Bereitschaft bekundet, sich impfen zu lassen. (Washington, 17:53)

ITALIEN: Italien hat im Pandemie-Jahr 2020 nach offiziellen Angaben die höchste Totenzahl seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet. Insgesamt habe es im Vorjahr 746 146 Sterbefälle gegeben – und damit ĂĽber 15 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019.

Diese Zahlen teilte das Statistikamt Istat in Rom am Freitag mit. Nachdem die erste grosse Corona-Welle das 60-Millionen-Einwohner-Land Ende Februar 2020 getroffen hatte, ermittelten die Fachleute auch die sogenannte Übersterblichkeit für die Monate März bis Dezember. In dieser Phase starben den Angaben zufolge gut 20 Prozent mehr Menschen als im Schnitt der Jahre 2015 bis 2019. (Rom, 17:41)

HOMOSEXUALITÄT: Der Grosse Rat des Kantons Genf will Praktiken verbieten, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität eines Menschen zu ändern. Das Kantonsparlament hiess am Freitag einen entsprechenden Vorstoss gut, der Genf zu einem Pionierkanton macht.

Die Genfer Regierung hat nun sechs Monate Zeit, um die Forderungen der Motion zu beantworten. Der Vorstoss bekam UnterstĂĽtzung von 36 Abgeordneten der linken Seite und vom Zentrum.

Zusätzlich zum Verbot sogenannter Konversionstherapien fordert der Vorstoss die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung von Rechtsvorschriften zu diesem Thema. In der Motion wird zudem präzisiert, dass nicht zwischen Erwachsenen und Minderjährigen unterschieden werden sollte. (Genf, 16:44)

VERMISCHTES

GROSSBRITANNIEN: Ein Quad-Fahrer in England ist in eine rund 18 Meter tiefe Bergsenkung gestĂĽrzt – und hat ĂĽberlebt. Wie ein Team der Bergrettung mitteilte, konnte der Mann bei dem Vorfall in der Nähe von Barrow-in-Furness in Nordwestengland mithilfe von Seilen gerettet werden.

Er sei mit Verletzungen an RĂĽcken und Brust per Helikopter in ein Krankenhaus gebracht worden, berichtete die BBC. „Der Untergrund hat einfach nachgegeben mit dem Gewicht des Kraftrads auf diesem speziellen Fleck und er wurde von der Bergsenkung verschluckt“, zitierte der öffentlich-rechtliche Rundfunksender einen Mitarbeiter der Rettungskräfte. Der Vorfall ereignete sich bereits am Donnerstag. In der Region gibt es der BBC zufolge viele aufgegebene Eisenerzminen aus dem 19. Jahrhundert. Als Bergsenkung wird ein örtliches Absinken oder Einbrechen der Oberfläche in Folge von Bergbau bezeichnet. (Barrow-in-Furness, 20:57)

FEUER: Bei einem Lastwagenbrand in einem Tunnel der A3 bei Aesch ZH ist am Freitagmorgen hoher Sachschaden entstanden. Verletzt wurde niemand. Die betroffene Tunnelröhre bleibt bis voraussichtlich Samstagmorgen gesperrt.

Der Verkehr im Tunnel wurde bis auf Weiteres einspurig in der zweiten Tunnelröhre geführt. Das Bundesamt für Strassen (Astra) arbeite daran, die beschädigte Tunnelröhre in Fahrtrichtung Chur wieder befahrbar zu machen, teilte die Behörde am Freitagabend mit. Der Tunnel könne voraussichtlich im Verlauf des Samstagmorgens wieder vierspurig befahren werden. (Aesch ZH, 19:45)

WISSENSCHAFT

ENERGIEWENDE: Was muss die Schweiz tun, um ihre Kohlendioxid-Emissionen wie geplant bis 2050 auf Null zu senken? Und was kostet es? Forscher des Paul Scherrer Instituts (PSI) weisen in einer Studie unter anderem nach, dass man etwa 330 Franken pro Kopf und Jahr aufwenden muss.

Der Bundesrat hat dem Land ganz schön was aufgebrummt, als er im August 2019 zwecks Begrenzung des Klimawandels beschloss, dass ab 2050 die Schweiz unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen soll. Das entspräche dem international vereinbarten Ziel, die globale Klimaerwärmung auf maximal 1,5 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. (Villigen AG, 15:49)

SPORT

SUPER LEAGUE: Sion trennt sich am Tag nach der 0:3-Niederlage gegen Lugano von Trainer Fabio Grosso. Die Suche nach einem Nachfolger startet Sion am Montag, zuvor steht das wichtige Duell bei Lausanne an.

Christian Constantin hat für Grosso mehr Geduld gezeigt, als für manch seiner Vorgänger. 25 Spiele absolvierte der 43-jährige Italiener, 2006 Teil des Weltmeisterteams, als Trainer des FC Sion, ehe dem Walliser Patron des FC Sion der Geduldsfaden doch riss. Einen Tag nach dem 0:3 im Tourbillon gegen Lugano zog Constantin die Reissleine, den Kampf gegen den Abstieg muss fortan ein anderer führen. (Fussball, 18:29)

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