4 Dezember 2022

Die Nachrichtenlage um 22 Uhr

Die Schlagzeilen:

POLITIK

ISRAEL: US-Aussenminister Antony Blinken hat die Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland mit deutlichen Worten kritisiert – und damit auch indirekt eine Warnung an Israels designierten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ausgesprochen. „Wir werden uns auch weiterhin unmissverständlich allen Handlungen entgegenstellen, die die Aussichten auf eine Zweistaatenlösung untergraben“, sagte er am Sonntag bei einer Veranstaltung der liberalen jüdischen Organisation J Street in Washington.

Dazu zählten „Ausweitung von Siedlungen, Bestrebungen zur Annexion des Westjordanlandes, die Beeinträchtigung des historischen Status quo der heiligen Stätten, Abrisse (von Häusern) und Zwangsräumungen sowie die Anstachelung zur Gewalt“, sagte Blinken weiter, ohne Netanjahu in diesem Zusammenhang direkt zu nennen. (Washington, 20:24)

BAHRAIN: Izchak Herzog hat am Sonntag als erster Präsident Israels den Golfstaat Bahrain besucht. Er traf dort König Hamad bin Issa Al-Chalifa, wie sein Büro mitteilte. Bei dem Gespräch sei es um die Bedeutung der bilateralen Beziehungen und ihre Ausweitung gegangen. Herzog beschrieb den Besuch als „grossen Moment“. Gemeinsam mache man Geschichte in der Region, „wo Juden und Muslime zusammenleben können“. Herzog wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. König Hamad sagte der staatlichen Nachrichtenagentur BNA zufolge, er hoffe auf vertiefte Beziehungen der beiden Länder. Damit eröffneten sich „erweiterte Horizonte, um die Kultur des Friedens zu verbreiten“, erklärte der Monarch demnach.

Am Montag wollte Herzog beim Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Sajid Al Nahjan, zu Gast sein. Dabei sollte es um Zusammenarbeit im Bereich der Raumfahrt gehen. Die Emirate treiben ihre Pläne in der Raumfahrt ehrgeizig voran. (Tel Aviv, 18:47)

INTERNATIONAL: Vor allem Energielieferungen finanzieren den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Nun wollen die Europäische Union (EU), die führenden westlichen Industriestaaten (G7) und Australien die Einnahmen von Präsident Wladimir Putin spürbar schmälern.

Sie wollen Russland vorgeben, zu welchem Preis es sein Erdöl auf dem Weltmarkt verkaufen darf – nicht mehr als 60 US-Dollar (57 Euro) je Barrel (159 Liter).

Das soll so funktionieren: Bei Transporten und den nötigen Dienstleistungen wie Versicherungen dürfen europäische Reedereien Fuhren in Drittstaaten wie China und Indien nur übernehmen, wenn der Preis nicht höher als der Deckel ist. Reedereien aus der EU betreiben schätzungsweise mehr als die Hälfte aller Tanker weltweit. (Kiew/London, 18:15)

CHINA: US-Aussenminister Antony Blinken will bei seiner Reise nach China Anfang kommenden Jahres auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten. „Wenn wir Möglichkeiten der Zusammenarbeit finden können, liegt dies nicht nur im Interesse unserer Bürger, sondern auch im Interesse der Menschen in aller Welt“, sagte Blinken am Sonntag dem US-Sender CNN. Als Beispiele nannte er die Themen Klima oder Gesundheit. „Die Welt erwartet von uns, dass wir mit dieser Beziehung verantwortungsvoll umgehen“, so Blinken über das Verhältnis zu China. Aus dem Wettbewerb dürfe kein Konflikt werden.

Das Verhältnis zwischen den beiden Weltmächten ist sehr angespannt. Angesichts der schlechten Beziehungen waren US-Präsident Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping im November am Rande des G20-Gipfels auf der indonesischen Insel Bali zusammenkommen. Dort näherten sich die beiden zumindest wieder etwas an. Nun soll Blinken im kommenden Jahr die Gespräche fortführen. (Washington, 16:45)

VERMISCHTES

GROSSBRITANNIEN: Der britische Prinz Harry (38) und seine Frau Herzogin Meghan (41) übernehmen künftig selbst das operative Geschäft bei ihrer Produktionsfirma Archewell und der gleichnamigen Stiftung. Das liess das Paar am Sonntag mitteilen, nachdem die bisherige Archewell-Präsidentin Mandana Dayani ihr Amt niedergelegt hatte. Die Stabübergabe sei von vorneherein geplant gewesen. Dayani habe die Aufgabe nur während der Elternzeit von Meghan und Harry übernommen. „Es wird keinen Ersatz für diese Position geben und Ms. Dayani unterstützt den Herzog und die Herzogin vollkommen in ihrer neuen Führungsrolle und sie bleiben Freunde“, so die Mitteilung weiter.

Das Paar hatte in den vergangenen Tagen immer wieder in der Öffentlichkeit von sich reden gemacht, nicht zuletzt mit dem Trailer für eine Netflix-Dokuserie über ihr Leben, die noch vor Weihnachten auf der Streaming-Plattform verfügbar sein soll. Harry und Meghan hatten sich vor einigen Jahren vom britischen Königshaus losgesagt und leben mit den beiden Kindern Archie (3) und Lilibet (1) im US-Bundesstaat Kalifornien. Das Verhältnis zu den anderen Royals gilt als angespannt. (Santa Barbara, 19:03)

SÜDAFRIKA: In einem Vorort der südafrikanischen Metropole Johannesburg sind mindestens neun Teilnehmer einer Taufzeremonie ertrunken. 33 Täuflinge, die sich am Samstag in Bramley Park am Ufer des Jukskei-Flusses versammelt hatten, seien von einer plötzlichen Sturzflut und starken Strömung überrascht worden, erklärte ein Sprecher der Rettungskräfte am Sonntag. Seither seien die Leichen von neun Täuflingen geborgen worden, weitere acht galten noch als vermisst. Nach ihnen werde weiter gesucht. Die Rettungskräfte gingen aber davon aus, dass die Zahl der Toten weiter steigen dürfte.

Schon im Juni waren vier Menschen bei einer Taufe in der Provinz Limpopo ertrunken. Südafrikas Behörden raten davon ab, Taufen in Flüssen abzuhalten. Auch der Sprecher der Rettungskräfte appellierte an die Kirchengemeinden, die Gefahren durch Stürme und Überschwemmungen – insbesondere in den jetzigen südafrikanischen Sommermonaten – bei der Planung ihrer Rituale zu berücksichtigen. (Johannesburg, 17:07)

DÄNEMARK: Die dänische Königin Margrethe II. hat am Sonntag als Teil der Feierlichkeiten zu ihrem 50. Thronjubiläum einen Gottesdienst in London besucht. Die 82-jährige Monarchin lächelte und winkte den Schaulustigen, als sie bei der dänischen St.-Katharine’s-Kirche im Londoner Stadtteil Camden eintraf. Sie trug einen roten Mantel und passenden Hut.

Margrethe hatte den Thron nach dem Tod ihres Vaters Frederik IX. am 14. Januar 1972 geerbt. Zu ihrem Königreich zählen neben dem EU-Land Dänemark auch Grönland und die kleinen Färöer-Inseln. (London, 16:10)

SPORT

SKI ALPIN: Corinne Suter steht auch im dritten Speed-Rennen der Saison auf dem Podest. Nach den Rängen 2 und 3 in den Abfahrten gewinnt die Schwyzerin in Lake Louise am Sonntag den abschliessenden Super-G.

Für Corinne Suter war es im 146. Weltcup-Rennen der Karriere der fünfte Sieg, der zweite im Super-G nach demjenigen im Februar 2020 in Garmisch-Partenkirchen.

Die 28-Jährige, die in dieser Disziplin 2021 WM-Silber und 2019 WM-Bronze gewann, triumphierte auf der Strecke im Banff National Park mit höchst geringer Marge vor Cornelia Hütter. Die Österreicherin war am Freitag – ebenfalls nur zwei Hundertstel hinter Suter – Abfahrts-Dritte geworden. Am Samstag hatte Hütter dann wegen eines Migräne-Anfalls auf den Start zur zweiten Abfahrt verzichten müssen. (Ski alpin, 21:13)

SKI ALPIN: Aleksander Kilde entscheidet ein weiteres Duell der derzeitigen Überflieger im alpinen Zirkus für sich. Der Norweger gewinnt den Weltcup-Super-G in Beaver Creek, Colorado, vor Marco Odermatt.

Kilde siegte mit zwei Zehnteln Vorsprung vor Odermatt und damit wie im Vorjahr auf der „Birds of Prey“ in Abfahrt und Super-G. Für den Norweger war es der 16. Sieg im Weltcup, der dritte in diesem Winter. Odermatt seinerseits hielt seine beeindruckende Serie aufrecht. Er fuhr auch im fünften Rennen der Saison unter die ersten drei. (Ski alpin, 20:32)

DAVOS – ZSC 1:4: Die ZSC Lions reagieren auf die erste Meisterschaftsniederlage im neuen Heimstadion mit einem 4:1 in Davos. Die Bündner verlieren nach vier Siegen erstmals wieder.

Seit Christian Wohlwend im Frühling 2019 das Traineramt beim HCD übernommen hat, ist die Bilanz der Bündner gegen die Zürcher verheerend. Das 1:4 war die 15. Niederlage im 16. Direktduell unter der Führung von Wohlwend.

Zwar gingen die Gastgeber durch den bei den Lions gross gewordenen Raphael Prassl (7.) in Führung, jedoch drehte der ZSC die Partie mit drei Toren bis zur 35. Minute. Das 2:1 (31.) und 3:1 (34.) erzielten Chris Baltisberger mit einem Ablenker respektive Denis Hollenstein nach einer schönen Kombination innerhalb von 175 Sekunden. Für den Schlusspunkt zeichnete 27 Sekunden vor dem Ende Juho Lammikko mit seinem elften Saisontreffer verantwortlich. (Eishockey, 18:56)

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