1 Oktober 2022

Die Nachrichtenlage um 21 Uhr

Die Schlagzeilen:

POLITIK

DEUTSCHLAND: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat der Ukraine die rasche Lieferung einer ersten versprochenen Einheit des bodengestützten Luftabwehrsystems Iris-T SLM zugesagt. Das System solle in den nächsten Tagen für den Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland eintreffen, kündigte die SPD-Politikerin am Samstag bei einem Besuch in der Hafenstadt Odessa an. (Odessa, 20:08)

DEUTSCHLAND: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist zum ersten Mal seit Kriegsbeginn in die Ukraine gereist. In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wurde die SPD-Politikerin am Samstag von ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow empfangen. (Odessa, 20:05)

DEUTSCHLAND: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist zum ersten Mal seit Kriegsbeginn in die Ukraine gereist. In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wurde die SPD-Politikerin am Samstag von ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow empfangen. Lambrecht sagte die Lieferung einer ersten Einheit des bereits versprochenen bodengestützten Luftabwehrsystems Iris-T SLM innerhalb weniger Tage zu. Selbst die Bundeswehr verfügt noch nicht über das hochmoderne System. Kurz vor dem zunächst aus Sicherheitsgründen geheim gehaltenen Besuch schlugen in Odessa nach ukrainischen Angaben in einem Industriegebiet zwei russische Iskanderraketen ein. Verletzt wurde niemand. Am Nachmittag musste Lambrecht selbst wegen eines Luftalarms zeitweise in einen Bunker.

Lambrecht inspiziert Gepard-Flugabwehrpanzer (Odessa, 20:12)

KUNDGEBUNG: In mehreren Städten weltweit sind Iranerinnen und Iraner erneut für Proteste gegen das Regime ihres Landes auf die Strasse gegangen. In der Schweiz schlossen sich über tausend Menschen am Samstag den Kundgebungen an.

In Zürich demonstrierten teils bei strömendem Regen gegen tausend Menschen, in Genf waren es rund 500 und in Bern vor der iranischen Botschaft gegen 200 Personen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichteten.

In Bern setzte die Polizei kurzzeitig Gummischrot ein. Zunächst hatten sich gemäss Mitteilung der Polizei zwei Männer nacheinander unbefugt Zutritt zum Botschaftsgelände verschafft. Einer von ihnen hat eine Flagge vom Fahnenmast heruntergenommen, wie ein Keystone-SDA-Fotograf berichtete. Ausserdem haben gemäss Polizei-Mitteilung mehrere Personen eine Absperrung durchbrochen und sind über die Strasse zum Botschaftsgebäude gerannt. Da habe die Polizei Gummischrot eingesetzt. Im Anschluss habe sich die Kundgebung aufgelöst. Diese war gemäss Mitteilung nicht bewilligt. (Bern, 18:55)

WIRTSCHAFT

MOLDAU: Russland hat die Gaslieferungen in die zwischen Rumänien und der Ukraine liegende ehemalige Sowjetrepublik Moldau gedrosselt und deren völlige Einstellung angedroht. Der russische Energiekonzern Gazprom machte für die Absenkung am Samstag auf seinem Telegram-Kanal die Ukraine verantwortlich, die sich weigere, „russisches Gas über die Verteilerstation „Sochranowka“ zu leiten.“ Nach Gazprom-Angaben liegt die tägliche Liefermenge nun bei 5,7 Millionen Kubikmeter. Die einen EU-Beitritt anstrebende Republik Moldau hat 8,06 Millionen Kubikmeter täglich geordert.

Neben dem Ausfall eines Leitungsstrangs in der Ukraine, der allerdings schon seit Monaten bekannt ist, beruft sich Gazprom in seiner Begründung für die Lieferdrosselung auf offene Gasschulden Chisinaus. Moldau sei ständig mit seinen Gaszahlungen im Rückstand. „Gleichzeitig ist durch das Verschulden der moldauischen Seite bis heute kein Abkommen über die Regulierung der Altschulden für das in den vergangenen Jahren gelieferte Gas geschlossen worden. Aus diesem Grund hat Gazprom das Recht, in jedem Moment den geltenden Vertrag zu kündigen“, drohte das Unternehmen. (Moskau, 19:28)

ZAHLUNGSVERKEHR: Seit Samstag ist Schluss mit den orangen und roten Einzahlungsscheinen. Die herkömmlichen Scheine sind nicht mehr gültig, sie wurden durch den digitalen QR-Code ersetzt. Die Umstellung auf die QR-Rechnung verlief aus Sicht der Post sehr gut.

Die erste Bilanz ist gemäss einer Umfrage in den grössten Postfilialen in der ganzen Schweiz positiv, wie Postsprecher Erich Goetschi am Samstagnachmittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP sagte. Am Freitag, dem letzten Tag vor der Umstellung, erfolgten noch rund 9,5 Prozent aller Einzahlungen am Schalter mit roten oder orangen Einzahlungsscheinen. (Bern, 18:42)

AUTOMOBILINDUSTRIE: Der Chipkonzern Intel hat den Börsengang seiner Roboterauto-Tochter Mobileye offiziell auf den Weg gebracht. Mobileye veröffentlichte in der Nacht zum Samstag den Börsenprospekt bei der US-Aufsichtsbehörde SEC.

Daraus geht unter anderem hervor, dass Intel auch nach der Aktienplatzierung die Kontrolle über die israelische Firma behalten wird.

Angaben zum Volumen des Börsengangs gab es noch nicht. Nach jüngsten Informationen des Finanzdienstes Bloomberg strebt Intel für Mobileye eine Bewertung von 30 Milliarden Dollar an – weniger als ursprünglich angepeilt. Der Halbleiter-Riese hatte die Firma im Jahr 2017 für gut 15 Milliarden Dollar gekauft. (Santa Clara, 16:33)

VERMISCHTES

WASSERVEREINIGUNG: Die Stadt Zug hat die Warnung vor verschmutztem Trinkwasser am Samstag auf Teile der Neustadt ausdehnt. Die betroffenen Menschen wurden wegen einer bakteriellen Verunreinigung aufgerufen, das Trinkwasser bis auf Weiteres abzukochen.

Betroffen waren den Angaben zufolge insgesamt rund 1800 Verbrauchstellen, davon knapp 1100 Haushalte. Am Freitag hatte der Wasserversorger WWZ Energie bereits eine entsprechende Warnung für die Vor- und Altstadt von Zug erlassen.

Die Leitungen im Versorgungsgebiet werden laut Mitteilung intensiv gespült. Die Massnahmen hätten eine erste positive Wirkung gezeigt. Die neuen Trinkwasserproben um den Perimeter Vor- und Altstadt zeigten demnach zu 80 Prozent keine Verunreinigung mehr. Es sei jedoch nach wie vor nötig, das Wasser abzukochen. Das Unternehmen WWZ will über ihre Website täglich Updates geben. (Zug, 17:05)

BRASILIEN: Im brasilianischen Amazonasgebiet toben die schwersten Brände seit zwölf Jahren. Im September wurden in der Region 41 282 Feuer registriert, wie das für die Satellitenüberwachung zuständige Institut für Weltraumforschung (Inpe) am Samstag mitteilte. Mehr Brände in einem Monat hatte es zum letzten Mal im September 2012 gegeben.

Von Juni bis Oktober ist in Brasilien Waldbrandsaison. Meist werden zunächst die Bäume gefällt und die abgeholzten Flächen dann in Brand gesteckt, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Weil der Regenwald im Amazonasgebiet immense Mengen des Klimagases CO2 binden kann, hat er auch für das Weltklima grosse Bedeutung. (Brasília, 15:44)

USA: Der Sturm „Ian“, der schwere Zerstörungen in Florida und Schäden in anderen Bundesstaaten anrichtete, hat am Samstag weitgehend seine Kraft verloren. Ausläufer sorgten an der US-Ostküste bis nach New York für Regenfälle. Bevor er sich abschwächte, traf „Ian“ noch als Hurrikan der Stufe eins von fünf auf die Küste von South Carolina und brachte Sturmfluten mit sich. Auf TV-Bildern waren komplett überflutete Strassen und ein teilweise zerstörter Pier zu sehen. Für mehr als 500 000 Haushalte in South und North Carolina sowie Virginia fiel der Strom aus, unter anderem weil umstürzende Bäume die Leitungen durchtrennten.

Am Mittwoch war „Ian“ als Hurrikan der Stufe vier mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde in Florida auf Land getroffen. Bei seinem Zug quer über den südlichen Bundesstaat hinterliess er Zerstörungen und Überschwemmungen. Allein beim Versorger Florida Light & Power waren am Samstag immer noch rund 700 000 Haushalte ohne Strom, wie ein Sprecher dem Nachrichtensender CNN sagte. In der Spitze seien es in den vergangenen Tagen mehr als zwei Millionen gewesen. (Myrtle Beach/Washington, 15:07)

KULTUR

18. ZURICH FILM FESTIVAL: Nach fünfjähriger Wartezeit feierte „Mad Heidi“ am Freitagabend am Zurich Film Festival Premiere. Der hauptsächlich durch Crowdfunding finanzierte Horrorfilm konnte die hohen Erwartungen des Publikums erfüllen.

Im Film ist es Max Rüdlinger als böser Kommandant Knorr, der sich ein Schweizerfähnli schnappt, es in seine Armbrust spannt und auf seine Widersacherin Heidi zielt – in der Hoffnung, Blut zu sehen. In der Realität waren es die Erwartungen an „Mad Heidi“ selbst, die zu jener Anspannung beitrugen, die sich anlässlich der Schweizer Premiere vor dem Kongresshaus Zürich einstellte. (Zürich, 17:51)

SPORT

ATP SOFIA: Marc-Andrea Hüsler (ATP 95) steht zum ersten Mal überhaupt in einem Final eines ATP-Turniers.

Der 26-jährige Zürcher bezwang in Sofia im Halbfinal den in der Weltrangliste 65 Positionen besser klassierten Italiener Lorenzo Musetti 7:6 (7:5), 7:5 und trifft nun auf den Dänen Holger Rune (ATP 31).

Im dritten Halbfinal auf der ATP-Tour klappte es für Hüsler mit der Final-Premiere. Der Linkshänder schlug einmal mehr stark auf und liess nur einen Breakball zu, den er beim Stand von 4:4 im zweiten Satz abwehrte. Nach dem ersten Service, den er zu 64 Prozent ins Feld brachte, gewann er 40 von 48 Punkten. (Tennis, 20:19)