24 September 2021

Die Nachrichtenlage um 21 Uhr

Die Schlagzeilen:

POLITIK

KLIMA: Im Rahmen eines internationalen Aufrufs der Initiative Fridays for Future haben tausende Menschen am Freitag in mehreren Schweizer Städten Klimagerechtigkeit gefordert. Im Zentrum standen jene, die von der Klimakrise betroffen sind.

Den Auftakt machte Zürich. Beim offiziellen Start des Klimastreiks am Nachmittag auf der Polyterrasse bei der ETH Zürich fanden sich zunächst ein paar hundert Personen ein – und mit jedem eintreffenden Polybähnchen und Tram wurden es etwas mehr. Nach Angaben der Organisatoren nahmen schliesslich 4000 Menschen an der Demonstration in Zürich teil. „Die Erde kocht vor Wut“, hiess es auf einem Plakat. Auf anderen „Klimakiller Nr. 1 – Fleisch und Milch“ oder „Stoppt die Ausbeutung“. (Zürich/Bern, 19:26)

USA: Nach der Zulassung von Corona-Auffrischungsimpfungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen in den USA hat Präsident Joe Biden dringend dazu aufgerufen, das Angebot zu nutzen.

Biden appellierte am Freitag bei einer Ansprache im Weissen Haus an die Berechtigten, sich eine dritte Impfung geben zu lassen, sobald sie an der Reihe seien. Es sei eine Tragödie, dass noch immer Menschen sterben müssten, weil sie ungeimpft seien. „Bitte lassen Sie das nicht Ihre Tragödie werden“, mahnte der Präsident. (Washington, 18:42)

FRANKREICH: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat von der neuen libanesischen Regierung rasche Reformen verlangt.

Bei einem Treffen mit dem Ministerpräsidenten des Libanons, Nadschib Mikati, am Freitag in Paris, sagte Macron, es sei dringend, die ersten Massnahmen zu treffen. Konkret sprach er von Reformen im Energiesektor, der Verwaltung und im Bereich der öffentlichen Gelder. Auch den Kampf gegen Korruption nannte er.

Ziel ist es Macron zufolge, wieder einen tragbaren Alltag für die libanesische Bevölkerung zu schaffen. Mikati versicherte Macron, die notwendigen Schritte so schnell wie möglich umsetzen zu wollen. (Paris, 18:39)

INTERNATIONAL: Bei einem Energie-Gipfel am Rande der UN-Generaldebatte haben Mitgliedsstaaten und der Privatsektor den Vereinten Nationen zufolge Zusagen für den Ausbau erneuerbarer Energien im Volumen von mehr als 400 Milliarden Dollar gemacht.

„Über 35 Länder – von kleinen Inselentwicklungsstaaten bis hin zu grossen Schwellen- und Industrieländern – sind in Form von Energiepakten bedeutende neue Energieverpflichtungen eingegangen“, teilten die UN am Freitag in New York mit. (New York, 18:15)

WIRTSCHAFT

NAHRUNGSMITTEL: Der Schokoladenkonzern Lindt & Sprüngli legt seine beiden italienischen Tochtergesellschaften zusammen. Damit sollen Synergien zwischen den beiden Unternehmen geschaffen werden, ohne dabei die lokale Dimension zu verlieren. Dabei gehen aber auch Stellen verloren.

Die Lindt & Sprüngli SpA und die Caffarel SpA würden per Anfang 2022 „im Wege einer Fusion im Aufnahmeverfahren integriert“, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Zusammenschluss solle die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen stärken. Dabei würden einige Prozesse integriert und andere blieben getrennt, um die Qualität und den Innovationsplan zu sichern. (Kilchberg, 16:11)

VERMISCHTES

BELGIEN: Ein 20-Jähriger bewirbt sich bei einer belgischen Studentenverbindung.

Bei einem grausamen Aufnahmeritual muss der junge Mann laut Medienberichten Unmengen an Alkohol und Fischöl trinken, auf ihn wird uriniert, und er muss stundenlang in kaltem Wasser ausharren. Der Körper des Studenten hält die Strapazen nicht aus: Im Krankenhaus stirbt er.

18 Männer müssen sich nun vor dem Landgericht Hasselt unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, unterlassener Hilfeleistung und der Verabreichung schädlicher und tödlicher Substanzen verantworten, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mitteilte. Am Freitag begann die Verhandlung. Über die strafrechtliche Dimension hinaus hatte der Fall in Belgien auch eine Debatte über Rassismus ausgelöst: Das Opfer war schwarz und wollte in einer elitären weissen Verbindung mitmachen. (Hasselt, 16:07)

JAGD: Nach dem versehentlichen Abschuss eines Lamas im Muotathal fordert die Tierrechtsorganisation Peta ein Verbot der Hobbyjagd. Juristisch gilt der Abschuss eines Lamas wie auch jener eines Pferdes vor drei Wochen im Oberengadin nicht als Fehlabschuss.

Gerade Hobbyjäger würden zuweilen vorschnell abdrücken, kritisierte die Tierrechtsorganisation Peta am Freitag in einer Mitteilung. Ein Verbot der Hobbyjagd in der Schweiz sei „überfällig“. Jedes Jahr seien Fehlschüsse für erhebliches Leid bei hunderttausenden Tieren verantwortlich. Auch Menschen würden immer wieder getroffen, verletzt oder sogar getötet. (Bern, 15:03)